z GGG – GGG

GGG

Ging Nicht — Geht Nicht — Geht Doch

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“Identitätsdämpfe”
gelesen in Männerphantasien

… Ich erinnere mich, dass wir zu dritt in der Küche waren, um eine Brause zu trinken. Ich stand in der Nähe von der Tür, eine teen Glatze (WJ1) nicht weit weg von mir. WWN in Kühlschranknähe.
Da hat WWN vorgeschlagen, dass ich den teen öfter treffen könnte.

Warum ich meinen Schulrucksack gegriffen habe, weiß ich nicht mehr, auch nicht, was meine Antwort auf den Vorschlag war.
Ich kann mich erst wieder daran erinnern, im kleinen Bad auf dem Klodeckel zu sitzen und mit verschlossener Tür in meinem Rucksack zu wühlen.
Ich habe nach einer von den Nagellackflaschen gesucht, die ich zu dieser Zeit immer mit mir rumgetragen habe.

Dann habe ich mir die Nägel lackiert. (1995 GIF) ….

G1

Ging Nicht

die erste Atmosphäre

BEERDIGUNG ULTRAS FINSTERES NIEDERSACHSEN

Wir sind spät auf dem Weg zur Beerdigung
wir gehen durch den Spalierweg zur Friedhofshalle
VIELE ALTE BEIGE gehen in die Friedhofshalle
die VIELEN ALTE BEIGE schwemmen in die Friedhofshalle
Ein Schärpenträger in lächerlicher Uniform schwemmt in die Friedhofshalle
innen hat die Friedhofshalle eine zähe BEIGE HOLZvertäfelung
viele Alte BEIGE sitzen im Block
sind auch ALTE HERREN NOIR, finstere HERREN, BEIGE finstere HERREN
ich sage mir FASCHOS
beim Facen bleiben es UNKLARE FASCHOS
müde teen Glatzen denke ich mir dazu
die teen Glatze auch,
WJ1- das vermeintliche Wiking Jugend teen, meine vermeintliche BROWN SCARE
aber REAL SCARE, jetzt COFFIN STYLE

jetzt sitzt da auch HMF, der bisher nicht erkannt werden konnte
HMF wohl im BEIGEN Block und schaut zu Boden
HMF bilde ich mir als Solitude ein, er kommt heute beim Facen dazu, alle haben beim Facen von ihm erzählt
HMFs Auge kreist außer Kontrolle in Richtungen

wir sind spät
wir sind abgesetzt, wir, der ULTRA GLOSSER und ich
Der ULTRA GLOSSER ist weniger abgesetzt, ich bin mehr abgesetzt
Der ULTRA GLOSSER und ich sind keine Beerdigungs ULTRAS
Der ULTRA GLOSSER ist Werkstattarbeiter, neben ihm bin ich, die nächste Generation GLOSSER*IN
Wie ich GLOSSER*IN geworden bin auf der Beerdigung,
blurry bin auch auf der Beerdigung GLOSSER*IN geworden
Die zukünftige GLOSSER*IN sitzt unangenehm ambivalent abgesetzt und präsentiert auf der harten Holzbank.

Einer aus unserem randständigen Block hat DEN REICHSPFENNIG ROLLEN LASSEN
Der Reichspfennig rollt durch die Prozession der Beerdigungs ULTRAS.
Die Prozession der 300+KAMERADEN, ich sehe keine Frauen
den Hügel rauf
durch die Prozession, durch den Matsch zu einer Grabstelle
alle stehen bei der Ankunft Spalier, fehlen nur die Fackeln

WWN Beerdigungs ULTRAS waren wir nicht.

Heute beim Facen bleibt der Efeu berankte, behauene Grabstein Felsblock stehen, ist meine (meine unsere) Steingewordene BROWN SCARE, bleibt als Beweis.
Der behauene Stein ist wie das ULTRA GLOSS alte Holz denke ich jetzt beim 20.000sten Hinschauen auf was ich schonmal gekannt habe:

Was ich jetzt mit geschärften NAGELSTUDIO Augen sehe und was bei mir und den nächsten 70 Jahren laut einer vollstreckten Entscheidung Friedhofs Gesetzes ORDNUNG bleiben wird.
Ich denke an Prozesswichtigkeit.
wir 2, der ULTRA GLOSSER und ich sind dann zusammen zurückgefahren.

An den STANDORT ZURÜCK habe ich auch lange vermieden zu denken.

… gehe ich jetzt am normalen Nachmittag zu Hause los,

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GING NICHT ODER DOWNTOWN GÖ GLOSS

“Los gehts beim STANDORT KREISE DREHEN. Nur das leichte Gefälle der innenstädtischen GÖ Straße runter, mit Flieder lila Glitter Glow-in-the-dark Buffalos über GehwegSTEINplatten, vorbei an:

Relax, der Kneipe für alle, außer FASCHO SIFF
ULTRA Violette RELAX Neonschrift strahlt die Straße runter
Buchladen “Rote Straße” gegenüber dem Bestattungsinstitut
Die Rote Straße runter schauen
Das Ende der Roten Straße
Ecke Jüdenstraße/ die Unfallstelle von Ruth Klüger
rechts abgebogen
direkt gegenüber Rotes Wohnprojekt
roter Protest vorm Eingang
schwarze Loch draußen am Ladenlokal-Fenster
das Innen klafft nach draußen
übrigen schweren schwarz/ braunen Samtvorhängen

Das bringt nichts. Will an die frische Luft, bewege mich aber weiter nicht. Der altholzige Gestank vom Gestern, an das nicht glaube, hat sich geändert und ist Holzbrand-Gestank geworden. Der hält mich auf. Das heißt, ich bleibe auf dem tief abgewetzten Terrazzoboden stehen. Auf meine Füße schauend und in der Flurdunkelheit nur die helleren Steinpartikel des Terrazzobodens erkennend, die vom soften glow-in-the-dark dämmern.
Die Partikel leuchten eigentlich nicht, aber beschleunigen jetzt meine Gestanks bedingte Verwirrung, denn ich glaube sie werden Teil der fluoreszierenden Beschichtung meiner Schuhe.
Im belastenden Dreieck zwischen Brandgestank, doch nicht fluoreszierenden (oder in-the-dark glowenden) Terrazzoboden und Weitergehen wollen, ist eine Tür ausgehangen.

Zum Unsichtbaren im Vorderhaus.

BEAUTY OF STEINPLATTEN

Ich gehe auf kleinstädtischen Bodenplatten, die sauber verlegt, die 40 Jahre nach dem Verlegen noch nicht ausgetreten scheinen und mit ihrem sauber unregelmäßigen Kieselabstand mir auch sagen wollen, dass sie nicht ausgetreten werden. Und meine langen, dünnen bequem beschuhten Füße treten sie auch nicht aus.
Ich trage eine schwere, durchsichtige Plastiktüte mit bernsteinfarbenen Schellackgranulat, dass ich im Innenhof vorbeibringen soll. Trage ich easy, den transparenten Sack, wie ein nasses Handtuch, aber sehr rutschig beim Anfassen. Den Sack habe ich mir auf den Rücken gelegt, wie glattes, glänzendes Fell, aber mit Plastikhülle. In direkter Berührung, also mit größerer Granulatnähe wär das schwere Tragen- wie auch weite Wege gehen- nichts für mich.

Um den Block gegangen, sehe ich jetzt hinter der Reihe von Stadthäusern hohe Bäume. Auch vor den Häusern stehen geordnet ein paar, aber eigentlich hinter ihnen. Die Hinteren sehe ich in der Ferne und das ist mir unangenehm. Es ist mir unangenehm an Wald erinnert zu werden und erinnert zu werden, dass ich gleich, um den durchsichtigen Sack abzuliefern, durch einen durch muss.

Im Wald sein ist wie körperlicher Befall, durch die Innenstadtstraße gehen ist auch Befall geworden. Befall, weil alles zu nah kommt, ich vom selben Punkt, an der Ecke in alle Richtungen schauend alles und alle sehen kann. Ich drehe mich langsam um mich selber und zähle die Orte und Menschen, die ich von diesem mir am besten bekannten Innenstadtpunkt sehen kann: Friseur, Hausgemeinschaft, Kneipe, mit Figuren vollgestelltes Fenster, 2 Bewohnerinnen, Apotheke, noch ein großer Baum. Ich gehe einen Schlenker, bevor ich abbiege zum Abliefern. In der Schlenkerkurve muss ich anhalten.

RELAX- DON’T DO IT

An einem Haus ist eine Neonleuchtschrift angebracht, die reflektiert auf den glänzenden Steinbodenplatten. Die Quelle ist relax. RELAX. Die Quelle ist die lila neon Leuchtschrift: RELAX. Ich erkenne sie wenig: zum einen kommt das grelle Licht von weit oben an der Fake Schindel verkleideten Hauswand, zum anderen war die bis eben ausgeschaltet.
Das sie jetzt flieder oder lila, wer kann das im normalen Tageslicht schon so genau sagen, leuchtet, gibt mir erstmal Ruhe. Mit den Leuchtschriften verhält es sich ähnlich wie mit den fake Wänden: sie beruhigen mich. In diesem Fall beruhigen durch Gestalt und Inhalt: RELAX als Kneipenname steht oben, der aggressive Schein bleibt aber, beruhigende Gegensätze.
Das lila Neonlicht und das rote Licht aus der Kneipe habe ich aus der Ferne gesehen, bin dann auf den Steinplatten vor den Fenstern stehen geblieben, auf die Fressen in der Kneipe glotzend.
Ich sehe Studis, Kommis, alkoholkranke Unterschichten, Arbeiter, Profs, vielleicht ein paar Nutten, Thugs, Nichtsnutze und einige unklare Frauen. Sie lachen und saufen zusammen. Hinter dem Tresen steht der große Kneipenwirt, neben ihm flackert es unruhig rot. Wirt und Gäste schleppen sich durch die Tages-Twilight.
Denn obwohl Viele da sind, ist die Stimmung -drinnen und draußen- langsam. Die allgemeine Stimmung in der Innenstadt ist immer behäbig. RELAX ist nur Schönreden.
Das von-außen-Beobachten der langsamen Personen fällt mir schwerer, je länger es dauert. Ich habe Angst beim Glotzen entdeckt zu werden und möchte eigentlich auch nur in die Neonquelle von weiter Oben starren. Die ist nicht behäbig beim Flackern.
Obwohl von innen erstmal keiner zurück glotzt, muss ich aber weiter.

RELAXen alle.
RELAXt haben auch meine Füße vom Gehen.
Ich muss los.

Der durchsichtige Plastiksack liegt schwer auf meinem Rücken. Aber das ist nicht alles. Unter dem flieder oder lila Neonlicht kann ich nicht länger stehen bleiben. Wenn ich noch länger hier stehe, verliere ich meine Behäbigkeit. Ich würde mich vom Flackern Aufstacheln lassen.
Die ultra grellen lila Neons über mir lösen auch im Tageslicht mein Gesicht auf. Die drinnen glotzen jetzt doch zurück nach draußen wie ich mit Neon zum Geist werde. Gefällt mir.
Laufe rückwärts aus dem Neonlicht zurück zur Zielrichtung.

DER ROTE BRUCH

Wieder zurück auf der Ablieferstrecke, laufe ich langsamer weiter, denn die Straße weiter vorne ist blockiert.
Beim Weitergehen habe ich mich erinnert, dass es nach dem Eingang auf den ich jetzt langsam zugehe noch eine innere Eingangstür gibt.
Aber erstmal muss ich zur Haupteingangstür gehen. Die Blockade ist jetzt direkt vor mir, aber ich sehe nichts Genaues.
Nur die genauen Gegenstände, die da vor mir liegen: den Sperrmüll, der Dienstags, in 2 Monatsphasen nicht geholt wurde, die Pressspanmöbel als Stapel. Wie das flackernde Licht und der durchsichtige Plastiksack: industrielles Holz glatt und abstrakt, auch hier totale Ruhe für mich, ein Künstlichkeit, die mich nicht in Beschlag nimmt.

Vor der Eingangstür ist nichts Bedrohliches. Ich muss einfach auf die Schritte zur Tür achten, meinen Weg rein finden, um hinter ihr schnell zur Holzproduktion weiter zu laufen und meine schwere Plastiktüte mit Granulat loswerden. Ich war dann schon fast vorbei an den dunklen Ladenfenstern, in die ich nie, weder vorne von der Straße oder hinten im Hof schaue. Hier will ich noch weniger, dass jemand zurückschaut.
Schon mit einem Fuß an der Haupteingangstür sehe ich keine zugezogenen schwarzen, schweren Samtvorhänge mehr, ich sehe ein dunkles Loch, dass in aufgebrochenen Stahlrollos klafft. Ein Loch, durch das jemand geklettert ist. In den .
Das denke ich, während ich auf Zehenspitzen stehend klingele. Gebraucht würde nur irgendwas für das Fakeschloss, das auch ohne Schlüssel, für alle zu öffnen ist. Eigentlich stehe ich jetzt vor zwei dunklen Löchern, eigentlich kann ich es mir jetzt aussuchen: aufregende Kletterei in eine scheppernde Zersetzung, aber unheimlich oder gut Bekanntes, aber ausgetreten-
Es wird das Ausgetretene- um meine schwierig schwere, jetzt an mir klebende Plastiktüte mit Granulat endlich los zu werden.

INNERER EINGANG

Mich, groß, aber weitestgehend unsichtbar, hat man erstmal nicht gesehen.. Deswegen konnte ich heimlich, neben der scheppernde Zersetzung meinen Schlüssel nehmen und mich nach innen bewegen. Durch den verzogenen, aber noch nicht verkohlten Türrahmen in einen auch noch nicht verkohlten, aber sehr dunklen, niedrigen Flur gehen. Der ist niedrig, weil sich die dunkelbraunen Waldholzbalken nach unter gebogen haben. Ich gehe da durch, die Anderen, die durch die andere innere Eingangstür müssen nicht.
Der Flur riecht nach gestern, aber nach dem Gestern, das sich am liebsten auf kitschigen Volksmalereien zeigt, das dumpf ist, weil es Wärme und das Gestern, das alle abgelegt haben wollen, ist.
Ja, das Gestern, das die schwere Arbeit hatte, von der die Anderen glauben, dass sie uns einfach und zufrieden gemacht hätte.
Also ich denke das nicht, denn mich lassen diese brauen, halbzerfaserten, dunkelbraunen Waldholzbalken kotzen. Also mir laufen während ich durch dunklen gestrigen Flur ohne Lichtschalter gehe Schauer von den Schultern in die Nagelspitzen.
Also es liegt erstmal am schlimmen Geruch von gestern. Der sitzt nämlich auch in den dunkelbraunen Waldholzbalken und verbreitet sich immer im Flur, in dem ich immer noch stehe, obwohl ich schon längst auf den großen Steinplatten, am Anfang vom Hof stehen wollte.
Jetzt schaue ich nur zum Hof, aber es ist nicht Richtung Hof, denn ich sehe nur den Baum-Grid-Rand, der auch der Hof ist. Genauer beschrieben, ist der schmale Innenhof-Anfang auch der uneinsehbare Baum-Grid-Randanfang zu dem ich auf dem Weg bin, also auf den ich mich immer noch zubewege.
Also bis eben, bevor mich der altholzige Geruch, nein Gestank vom Gestern, dass nicht glaube, gesiecht hat und Holzrauchgestank geworden ist.
Das heißt, ich bleibe auf dem deutlich in den stinkend gestrigen Jahren abgewetzten Terrazzoboden stehen.
Ich stelle fest, dass ich stehen geblieben bin, weil ich auf meine Füße schaue und in der Flurdunkelheit nur die helleren Steinpartikel des Terrazzobodens erkennen kann.
Es ist nicht so, dass sie leuchten würden, sonder eher, dass sie meine gestanksbedingte Verwirrung beschleunigen, denn ich glaube sie werden der fluoreszierenden Beschichtung meiner ehemaligen Schuhe ähnlich.
Im belastenden Dreieck zwischen Gestank, doch nicht fluoreszierenden Terrazzoboden und traummäßigen ehemaligen Schuhen höre ich Undeutliches, ausgearbeitet Dumpfes hinter der innenliegenden Eingangstür, links neben meiner Schulter.

HMF-HQ: SAMTIGES

HMF hat Stahlrollos gehabt und ich habe immer vermutet, obwohl ich nicht reingegangen bin, dass er auch Stahldecken hat. Das kam, weil die Vorhänge immer geschlossen sind und ich immer denke: der schützt sich doch. Überhaupt hab’ ich den bis jetzt nur zwei Mal oder weniger gesehen.
Jetzt steht HMF im Durchgang zu einem hinteren Zimmer. In dem hinteren Zimmer, in das ich noch richtig schauen konnte, sehe ich bemantelte Gestalten 3 oder 8.
HMF zuckt, mit dem Auge und der Schulter, also, unangenehmer Kontrollverlust. Und alle- die 3-8 Gestalten und die jetzt immer rein und rauslaufenden Skin Kids halten stramm Abstand zu ihm. Es ist ein kommen und Gehen, in das ich jetzt vorsichtig ein paar Schritte hinein mache. Meine schwer klebrige Granulattüte habe ich auf dem Fluo-Terrazzo abgestellt. Beides sieht sich, weil so zersplittert, ähnlich und beruhigt mich.

HMF, wie er sich als einziger durch den fast rußig, chaotisch zersprengten Raum bewegt, ist hier wohl der Motor, obwohl er nicht viel spricht.

Ich stehe am Rand, neben dem Durchgang zu einem tiefen, hinteren Raumteil. Stehe dem zersplitterten Fenster gegenüber und schaue nach draußen.
An HMF vorbei schaue ich den Kopf wendend zu den ekelhaft verstaubten, sehr schweren, bestimmt bald mit der Vorhangstange zusammen abstürzenden schwarzen Samtvorhängen. An denen musste ich draußen auf der Straße immer unangenehm vorbei gehen. Die haben ihn und alle die hier drinnen ihr Unwesen getrieben haben, abgeschirmt.

Die sind jetzt auch hier, das erste Mal von innen betrachtet, sehe ich nur noch Runtergerissenes, Angebranntes. Um das Stahlrolloloch und den Vorhängen daneben schichten sich die kaputten Unterlagen und käglichen Reste von Gegenständen. Das reicht mir hier.
Kurz schaue ich durch das Stahlrolloloch.
Ich stehe immer noch vor den zwei Schichten: die schwarzen schweren Samtvorhangklumpen und die aufgebrochenen Rollos, die aus Stahl sein können. Nach außen haben “die” sich also stahlverhangen gezeigt. Das sehe ich jetzt auch von innen.
Von innen, durch die Stahlwracks sehe ich die Straße, die nahen anderen Häuser, hinten Lila Neon, also ich sehe eigentlich wie nah die Stadt an HMF’s zerkloppten, angefackelten Innenraum war. Oder ist. Ich kann sehen, wo ich vorher über die grob gegossenen klein-quadratischen, gut installierten Steinplatten gelaufen bin, an der auslaufen Seite der Blockade entlang.

ALTHERREN ERDE NOIR

Jetzt wo es zerkloppt ist, fällt mir auf, dass das Eingangsfenster war nie stahlverhangen war. Da hat sich immer nur was in den schwer staubigen schwarzen Samtvorhangvolumen abgezeichnet. Und weil immer zu war, hab ich eine Festung erwartet.
Aber erstmal war es ein zu Hause von jemand. Jemand die Vorhänge zu gezogen, wenn er wollte. Der wollte immer. Weil ich die Rollos nicht gesehen habe, hat sich auch niemand hier verrammelt.
Ich gehe aus dem zerkloppten vorderen Raum durch die Kids, die das angekokelte Zeug nach draußen tragen in den hinteren Durchgangsraum. Inszeniert sich wie ein häßlicher Gralsraum denke ich, während ich so auf den Gestalten am Rand, im halbdunkeln schaue. Richtig rein will ich nicht, da stehen mir zu viele, die zu wütend aussehen.
Der Gral liegt auf dem Tisch, an die Wände gelehnt stehen Alte, die Hüte in den Händen halten. Sie nehmen den Hut. Sie haben den Hut genommen und gehen auch raus, an mir vorbei. Übrig bleibt ein anderer, neben HMF, der jetzt auch den Raum betreten hat. Die erinnere ich zwar wie meinen zu schmalen dünnen Füße, Glatzen, Jacken, Shirt, Stiefel. Aber die muss ich nicht erinnern, die sind sichtbar geblieben. Trotzdem muss ich weiter an ihnen vorbei gehen, am schummerig geleuchten Tischdekorationsaufbau vorbei, kein Auge draufwerfend, schüchtern an den sich wegbewegenden Männerspalieren vorbei.
Hier innen bin jetzt nur ich und sonst keiner mehr, die haben sich wohl da hinten in den schmalen Gang zurückgezogen, also die Schüler. Das kann ich erkennen, weil jetzt die Sensen- und Axtstiele von Sensen und Äxten, die an die Wand gelehnt waren, umgefallen sind. Die Sensen und Äxte habe ich vorher nicht gesehen, davor standen die schmal körperigen, hart trainierten Schüler. Da war nichts anderes zu sehen.
HMF bleibt still, halbgemauert in seiner Ecke stehen.

Es gehen Schlaf- und Lesezimmertüren vom langen Gang ab. Die definieren hier innen einen klaren Ort. Die Kids bewegen sich jetzt wieder, in ihre Türen rein- und raus.
Trotzdem ist der Blick frei, an den umgefallenen Sensen und Äxten vorbei. Die Wände sind mit angelaufenen, aber immer noch hellen Holzplanken vertäfelt. Auf ihrem hellen Untergrund wirken
Da sehe ich eine Hintertür am Ende vom Gang, die hat ein schlecht proportioniertes Fenster. Außerdem hat sie auch ein schlecht proportioniertes Stahlgitter, das mir den Blick auf die Bäume im Hinterhof trotzdem nicht versperrt. Im Innenhof ist es dunkler als nach vorne raus. Nach hinten heraus raucht es auch nicht.
Ich sehe schon die Treppe zur Produktion, die ich eigentlich hoch müsste. Und erinnere mich an meinen transparenten Granulatsack.
MOTIVATION ZUM ZURÜCKGEHEN!!!
Der steht noch auf dem Terrazzoboden im Flur, der leuchtet mir entgegen.
Ein lautes Gebell macht mir Angst.
Da renne ich schnell zurück, nehme nicht die verschieden Holzvertäfelte Tür mit Loch, die vor mir liegt.
Renne an allem und allen vorbei, die HMFs Räume wieder in den Griff bekommen wollen vorbei, bis ich bei meiner Tüte stehe.

DER ZWEITE SCHULKOLLEGE (HJK)

“In dir hausen die Wölfe”, ist mir noch im Kopf.

Es wird sich erinnert wie in der echten Schule, also der offiziellen, dem gemeinsamen Gymnasium alles angefangen hat.
Sie haben sich jetzt nur gesehen, weil ich die Tür offen gelassen habe.

Das Gedicht aus dem Missus (1964 oder 1965):

Hans Jürgen Gerhard Dietrich Siegfried Krahl

Gewunden weist ein Weg hinan,
von fadem Gras gerandet.

Am Wegesrand
eine kleine Schlange
der jeder Wassertropen
Weltall sät

Hans-Jürgen Krahl:

Aussage im Senghor-Prozeß am 16. Okt. 1969:
“Da ich aus einem unterentwickelten Land komme, nämlich aus Niedersachsen, und zwar aus den finstersten Teilen dieses Landes, war es mir noch nicht einmal vergönnt, selbst im Rahmen der bürgerlichen Klasse nicht, die aufgeklärte Ideologie dieser Klasse zu rezipieren; und ich meine, dass eine kurze Darstellung dieser Ideologie notwendig ist, weil diese Ideologien, die ich selbst kennengelernt habe, mit denen ich mich identifizieren musste, denjenigen ähnlich sind, die auch Themen dieses Prozesses bilden werden, nämlich denen Senghors. In Niedersachsen, jedenfalls in den Teilen, aus denen ich komme, herrscht noch zum starken Teil das, was man als Ideologie der Erde bezeichnen kann, und so habe auch ich mich, als ich meinen politischen Bildungsprozess durchmachte, zunächst nicht anders als im Bezugsrahmen der Deutschen Partei bis zur Welfenpartei bewegen können. Ich konnte mir nicht einmal die Ideologien erarbeiten, die Liberalität und Parlamentarismus bedeuten, – wenn man bedenkt, dass die Dörfer, in denen ich aufgewachsen bin, jene Nicht-Öffentlichkeit noch pflegen in ihren Zusammenkünften, die an die Rituale mittelalterlicher Hexenprozesse erinnern. Wenn man davon ausgeht, dass heute noch in vielen Teilen der Bundesrepublik, vom bayerischen Wald bis zur niedersächsischen Heide, finsterste Ideologien der Mystik stattfinden, so war es sehr verständlich, dass mich mein Bildungsprozess zunächst einmal in den Ludendorffbund trieb, sodass ich begriffliches Denken nicht anders als aus der Mystik Meister Eckharts und Roswithas von Gandersheim erfahren habe, d.h. Ideologien, die, wenn man sie marxistisch interpretieren will, sicherlich ausgelegt werden können im Sinne eines utopischen Denkens, wie es Ernst Bloch getan hat, die aber, wenn man sie aus dem Erfahrungszusammenhang der herrschenden Klasse rezipiert, finsterste Unmündigkeit reproduzieren. “

… Und so war es schon ein enormer Schritt an Aufklärung, als ich in meiner Heimatstadt Alfeld im Jahre 1961 die Junge Union gründete und der CDU beitrat. Das war der erste Schritt, um mich aus diesen noch an Blut und Boden orientierten Ideologien zu befreien, aus dem feudalen Naturzustand einer Agrarwirtschaft überzutreten in die moderne kapitalistische Industriegesellschaft…..

Als ich von einem Burschenschaftskonvent nach dem Abitur eingeladen wurde, machte ich die Bekanntschaft eines sogenannten Alten Herrn, eines Amtsgerichtsrats, der lammkotelettverzehrend mir erklärte, dass die Arbeiterklasse doch ewig unmündig und dumm bleiben müsse und wir dazu berufen seien, die Elite zu bilden. Das überzeugte mich zwar nicht, gleichwohl wurde ich, als ich anfing zu studieren, Mitglied einer schlagenden Verbindung; das gab dann allerdings auch den Ausschlag. Es war natürlich, dass ich solch eine schlagende Verbindung zunächst einmal selber nur elitär erfahren konnte, d.h. dass ich selber nur elitäre Kategorien ihr gegenüber entwickeln konnte, denn was dort an Stumpfsinn und Unterdrückung produziert wird, was dort in hirnlosen Köpfen, die alle permanent Faschismus produzieren, vor sich geht, kann man zunächst gar nicht anders als elitär interpretieren. Aus dieser schlagenden Verbindung wurde ich allerdings rausgeworfen, nachdem ich einen antiautoritären Aufstand gegen einen Alten Herrn vorgenommen hatte. Die rückständigen und feudalen Ideologien, die es immer noch gibt, können sich so läutern, dass sie zur herrschenden Lehrmeinung in den Instituten, den Akademien und den Universitäten werden: Von der Mystik des gefälschten siebten Buchs Mose war es kein weiter Weg für mich, um in dem Fach, in dem ich studiere, zur theoretischen Selbstbestimmung zu finden, nämlich zu Martin Heidegger. Und hier möchte ich, um klarzumachen, von welcher Art Ideologie man sich in diesem Zusammenhang lösen musste, ein Zitat bringen. Heidegger schreibt in den “Holzwegen”: “Der Mensch, dessen Wesen das aus dem Willen zur Macht gewillt ist, ist der Übermensch. Das Wollen dieses so gewillten Wesens muss dem Willen zur Macht als dem Sein des Seienden entsprechen. Darum entspringt in eins mit dem Denken, das den Willen zur Macht denkt, notwendig die Frage: in welche Gestalt muss sich das aus dem Sein des Seienden gewillte Wesen des Menschen stellen und entfalten, damit es dem Willen zur Macht genügt und so die Herrschaft über das Seiende zu übernehmen vermag? Unversehens und vorallem unversehen findet sich der Mensch aus dem Sein des Seienden vor die Aufgabe gestellt, die Erdherrschaft zu übernehmen.” (Frankfurt 1950, S. 232)…

https://krahl-seiten.de/angaben-zur-person

HUND

AM HUND VORBEI

Ich lasse die düstere Tonne und meinen Freund hinter mir
Erst an den Außenwänden entlang, dann quer über die Findlingsplatten, mit einem Blick durch die angelehnte Hintertür.
Die Platten fallen mir auf: sie sollten aber schon längst abgesackt sein, weil sie aus Sandstein sind, Sandstein von hier, Sandstein der immer eigentlich leicht zerbröselt, wenn man Jahrhunderte oder Jahrtausende lang über sie geht. Jetzt haben sie mich zur Treppe geführt.
FLETSCHENDE HUNDEBESCHREIBUNG AN DER TREPPE
DER HUND IST DER GATEKEEPPER ZWISCHEN TREPPE + HINTEREINGANG

Schon wieder im schwitzen, bin ich es, die den Hund zum Fletschen bringt. Aus meiner Ecke wieder rausgekommen, mit meinem Versteck hinter mir, will ich eigentlich auf die Treppe biegen, die ich zu gut kenne. Auch wenn ich nicht mehr versteckt bin, während ich wieder über die glitschigen Platten sicher gehe, kann ich naiv Richtung Treppe sliden, denn es ist auch mein Hof.
Im Rutschen muss ich stoppen, im Rutschen muss ich mich auch gleich verstecken. Eine Tür öffnet sich, es ist die vergitterte Hintertür mit dem schlecht proportionierten Fenster. Die Tür geht auf an einer Stelle die ich vorher hier in meinem Hof nicht gesehen haben.
Aus dem Türloch fällt beigebraun gefärbtes Neon oder zumindest Deckenlicht.
Durch die offene Tür kann ich die Schüler in ihren kleinen Zellen beobachten, die Zellen sind ähnlich mit Flaggen und kleinen rostigen Dolchen dekoriert.

Drei im Rausgehmoment mir unbekannte Männer kommen mit etwas schwerem, für sie zu schweren und nicht festhaltbaren vor die Tür. Fluchend richten sie das unförmige Totenartige Objekt auf.
Es sind ein Restaurator, HMF und KP.
Der Restaurator geht in die erste Zelle, die vom schmalen Gang abgeht, nimmt eine Axt vom Boden, geht wieder raus. KP und HMF halten den schweren Matratzen-Brocken hoch.
Der Restaurator wie ich im düsteren Hoftageslicht erkennen kann schlitzt die mit fleckig, speckig glänzendem Stoff Bespannte, Unförmige Matratze auf. Es ist eine Roßhaarmatratze.
WOZU ROßHAAARMATRATZEN GEBRAUCHT WERDEN.
Der Schlitzensound weckt einen Hund auf.
Er ist blutig, fletscht und bellt. Die Matratzenschlitzer wird er zerfleischen, denke ich, mich aber zu erst.

Ich renne die ausgetretene auch Jahrhunderte oder Jahrtausende alte Holztreppe hoch, weil ich oben auf dem schmalen Holzplateau meine durchsichtige Plastiktasche abgeben soll.
Ich muss groß Schritte machen, die Beine und Füße stark heben, um nach oben zu kommen. Der Teich und die Hintertür entfernen sich hinter meinem Rücken. Auf meinem Rücken klebt weiter schwer der durchsichtige Plastiktüte, den ich zügig die Treppen hochhieven will.
Aus der Hundesreichweite stelle ich die Tüte wieder ab.
Von hier aus, mit der Tüte auf der Treppenstufe neben mir beobachte ich.

ROSSHAARMATRATZE SHOOK-UP

Unten im Hof sehe ich:
Aus der aufgeschlitzten Matratze zieht der Restaurator die sperrigem Haare heraus und geht langsam zur Treppe, als der fletschender Hund hinter ihm her die Treppe heraufspringt.
Beim Hinterherrennen stolpere ich über die schwere durchsichtige Tüte mit Schellacksplittern, die breit auf dem Holz-Plateau liegt. Die Splitter rauschen spitz/ scharf wellenmäßig dem fletschenden Hund entgegen.
Hinter der Tür, für die der Treppenabsatz gebaut ist, wird produziert. Da soll ich meine Verantwortung abgeben, an der Arbeitsstrecke vorbeigehen.

PRODUKTION

Um schnell das eben Gesehene zu verlassen, gehe ich auch über das Plateau durch die Tür. Ich sehe Granulate, die gut choreografiert hier eingesetzt werden: vom Plateau neben der Eingangstür zur Produktion den Roßhaarmatrazen shook up am Anfang der Treppe, geframt von den niedrig hängenden Ästen von großen Baum , betrete ich den schmalen Raum.
Es wird am Holz gearbeitet:
Auch hier in der Produktion ist violettes Neonlicht an, 4 Röhren haben, weißes Licht, damit alle Möbel gut zu sehen sind, bei einer Neonlampenfassungen wurde die Röhre ausgetauscht, das violette Licht mischt sich mit dem Weißen-
Stoße die Tür weiter auf, sehe zerhackte Hölzer in großen Stapeln, die ich nicht auseinanderhalten kann
Die in Benutzung kommenden Holz Veredlungssysteme sehe ich und erhole mich vom Hundeschreck.
in verschiedenen Phasen:
ganzer Baumabschnitt
zerlegter Baum
dünne Scheibe
dicke Scheibe
Sehe Aufgeschnittenes
Sehe Angefangenes
überall Holzstaub
Sehe Geleimtes
Sehe Verschraubtes
Sehe Aufquellendes
kann nichts erkennen

Schellack Granulat
Knochenleim
Hochglanz-Polituren

Kann nur Holz sehen: alles ist Holz, die Werkstatteinrichtung und das Material. Die schwere durchsichtige Tüte mit Schellackgranulat steht hinter mir auf dem Plateau
Einige Werkzeuge sind aus Stahl. Schaue auf dien Restaurator und einen zweiten Mann, die hier sich hier durch die Schichten arbeiten. Die staubige Holz-Haut haben. Sie reden. Ich höre nicht richtig: Aber hier schreit keiner, hier sind nur die Maschinen laut.
In den Pausen zwischen den Phasen höre ich Satzstücke von beiden:

“Das dünne Furnier der Gesellschaft knackt wieder.”

“Der Malocher bestellt das Furnier und klebt es auf die Oberfläche. Die Oberfläche wird stärker. Es sind keine Leimreste zu sehen.”

“Ich geh dann durch den Wald und seh die Douglasie jung und find das ist einfach so ein schönes Gefühl.”

“Der soll ganz elendig verreckt sein.”
“Wieder so ein armes Schwein…”

“Was die das machen mit ihrem Prolle Krams”

Dann erzählt der Restaurator mit der Maschine in der Hand, der redet wer er ist oder wer er gern wer oder er denkt, dass er sein sollte und wie er das jemand anders erzählt hat:
“Und was machst du so?”
“Ich bin Malocher…”
“Was ist das?”
Darauf ist er stolz einem der nicht versteht das Wort Malocher zu präsentieren. Vom Holz kommend, immer bei der Arbeit, das ursprünglich Gewachsene immer gerade biegend.???

Am Ende der Produktionsskette seh ich einen Haufen mit glänzend, geradem Holz:
Entweder dünn aufgeschnittene Blätter oder Hochglänzendes.
Hier wird immer wiederholt.

RUNTER

Ich gehe auf der anderen Seite die Hintertreppe runter. Bin durch den langen schmalen Werkstattraum durch, lasse die beiden Männer begleitet vom lauten Rauschen der Schellacksplitter und dem sterbenden Hund vorne im Wechsel mit den Maschinengeräuschen von innen.

Will nicht nach vorne, wo die Treppe mit Fleischstücken, Blut und Roßhaarfetzen dicht ist.
Will weiter, bin jetzt aber massiv abgestoßen von den Bäumen die vor mir liegen. Wusste schon vorhin aus der Ferne, dass ich hier nicht lang will. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig.
Durch den Wald.
Was sich ändert ist der Boden. Sonst vertraue ich Straßen, Asphalt, Geebnetem, leicht Glänzendem, gepressten Strecken, die ich immer erleichtert rauf- und runter gehe. Da bin ich jetzt nicht mehr. Der Boden ändert sich nachhaltig.
Es sind nicht nur die feindadeligen Äste, die das Durchkommen erschweren. Es ist das Weiche. Der Boden ist weich. Das Weiche schichtet sich unterschiedlich: es sammeln sich ein paar Jahre Blätter, das perfekte Moos und auch weich: ein gefallene Äste-Grid.
Wenn ich einen Schritt mache, knackt es unter mir, als ob ich etwas zerbrochen hätte, kann aber nicht sein, denn es bleibt weich, obwohl meine Füße beim Laufen unregelmäßig in Löcher fallen. Die Löcher sind weich. Aber es bleiben Löcher: es sind Unwegsamkeiten. Manche vertrauen dem Weichen zwischen hohen Bäumen. Ich gehöre nicht dazu.
Genauso wie ich durch die Äste brechenden Sonnenstrahlen nicht traue. Scheiß Kitsch. Ich fühle mich nicht sicher, wenn sich Unbeten oder gewärmt werden. Ich sinke da ein. Ich stecke da fest. Ich denke das Weiche zieht mich nach unten. Ist mir viel zu dicht, aber nicht, dass jemand glaubt, ich würde glauben ich sei dem Weichen fremd. Oder wie ich es bei den Anderen, vorne gehört habe “in der Fremde”.
Es ist genau andersherum: die, die mich umgeben, ob ich sie sehr gut kenne oder nur sehr gut im Auge behalten habe, ob ich Angst vor ihnen habe oder sie mir diffus unheimlich sind, ist egal.
Und Vorsichtig will ich auch nicht gehen. Dafür tue ich viel: das Äste wegschieben war noch nie vorsichtig, ihr Zurückschnellen trifft mich jedes Mal. Ich lasse mich nicht aus Lust treffen, sondern aus Hast. Brombeeren und andere garstige Pflanzen sind mir auch noch im Weg. Manche*r würde sagen, ich bewege mich durchs Unterholz. Ich möchte meine Strecke aber nicht so dramatisch sehen, denn ich gehe immer noch am Rand.

DURCH DOUGLASIEN

Durch das Bäume-Spalier auf in die Thingstätte zu gehen

DREAMING THINGSTÄTTE

Die aus Stein gebaute Bühnenstruktur beschreiben
DIE ALTEN UND DIE JUNGEN AUS DEM BILDUNGSRAUM BESCHREIBEN
Die Gruppen in ihren THINGSTÄTTEN-ABSCHNITTEN beschreiben:
– ein Block links: die 300+ Laienchor in ihren beige/ grauen mit Begleitungen

G2

Geht Nicht

die zweite Atmosphäre

FORMLOS

“Schreck gesichtig ordne ich mich”
(2019)

Erinnerungsliste:
Epauletten- Samtkissen in der Vitrine
2 Ölgemälde über dem Sofa
2 Männer in Uniform auf Gemälden
Führerhauptbataillon
“Ich war Hitlers Leibwächter.”
Das große Hitlerfoto auf dem Schreibtisch
Das Familienwappen aus Stahl an der Wand
Reden von blauem Blut
Zwei gekreuzte rostige Schwerter
Das Wort Persilschein
in Flüchtlingsbaracken wohnen
auf dem Amt arbeiten
viele Kameraden haben
“Auschwitz war eine Lüge”
einen Kameraden haben, der wegen der “Lüge” im Gefängnis sitzt
2 Tagesschau Berichte mit:
Belgien- war ein Aufmarsch mit Fackeln, ich bilde mir ein in Wallonie
Spanien- hatte etwas mit Franco zu tun-
eine bevölkerte Beerdigung

Form hat. Erstmal glaube ich, dass alles gelogen ist, weil alles, als Eindruck nach dem Googln unglaublich erscheint. Das Erinnern wird jetzt diffuser, denn die Fragmente werden flächiger.

Los geht’s, wenn die germanische Verträumtheit in meinem eigenen und in den Namen in der nächster Nähe bedrückend wird und ich sie deswegen nicht preisgebe.
Wenn sich der eigene Name und der der anderen wie ein Haiku aus Walhalla anhört-
Wenn der eigene Name vordergründig familiär nichts mit GGG zu tun hat, er nicht die Urmasse für die Kapitel ist, aber trotzdem zu ihrer Atmosphäre wird.

Deswegen geht es um WWN. Er bleibt ein anonymisiertes Akronym. Eine genaue Form kann ich nicht erinnern, aber eine autoritäre, germanische Verwirrung. Die ist geblieben.

Jetzt kommt alles in einem Schwall zurück, während ich anfange zu suchen. Meine Erinnerung an WWN ist auch Realität vom Dritten Reich, die ich nicht erlebt haben kann, aber trotzdem habe. Sie ist im Moment, am Anfang vom Suchen ein fast formloser WWN, der sich, so lange ich ihn gekannt habe, mit seiner Wehrmachtsuniform zusammen gehalten hat.
Noch sortiert er sich nicht nach Fiktion, Realität der Fiktion, Geschichte, Nacherzählung von Geschichte, Selbsterlebtem, Fremderlebtem.

Schwallanfang: FÜHRERHAUPTBATAILLON.

PROZESSE + SPEKULATIONEN

“2 bodies in der Öffentlichkeit,
2 bodies neben der Öffentlichkeit”
(1955, 2019)

Die Akte ist der wichtigste Fund: in ihr steckt der einzige WWN O-Ton, der mir zugänglich ist.
Ein VERHÖRPROTOKOLL.
Es bestätigt meine Erinnerung, die Sprache, die Betonung, die Ungnädigkeit steckt im eilig abgetippten, Protokoll.
Ein Transkript von seinem Aktivismus, den ich nur als BLURRY Erinnung erhalten. Den ich nicht aushalten konnte genau zu behalten.

Ein Prozess war versteckt, der andere hat Öffentlichkeit.
Den einen hab’ ich beim recherchieren entdeckt, vom anderen habe ich erst nach dem Fund des anderen gelesen.
Der eine bedingt den anderen.
Der eine begründet ein Abtauchen, der andere beweist ein Auftauchen.
Der eine hat eine historische Sichtbarkeit, der andere bringt die Geschichte von WWN durch ein Gerücht mit dieser historischen zusammen.
Ohne den einen wäre Remer nicht abgetaucht, wäre er nicht abgetaucht, wäre WWN nicht wegen der Verbreitung des Gerüchts seines Auftauchens angeklagt worden.
Wäre er nicht angeklagt worden, hätte ich nichts über WWN’s Abtauchen erfahren.

Es folgt ein Ausschnitt des akronymisierten WWN Prozess.
Die Akte habe ich geborgen, die Akte hat auf mich gewartet, really, als “historisch Wertvolles” wurde sie seit Jahrzehnten vor sich hergeschoben, keiner hat sich getraut sie wegzuwerfen, ob sie jemand gelesen hat, weiß ich nicht.

Habe 3 Tage lang mit Fieber im Außenarchiv gesessen und gelesen. Das Archiv war von Hannover aus schwer zu erreichen, erst mit der Tram und umsteigen oder von einem Bus in den anderen umsteigen, dann durch niederschwellige Archivschleusen.
Dann die Akte entgegennehmen und hinsetzen zum Lesen.
Fotografieren ist nur gut angemeldet gestattet. Das hab’ ich gemacht und dann einen Namen gelesen, den ich zuerst nicht kannte, den einen dann schnell gegoogelt, gleich gefunden, eigentlich doch schon gekannt. Da sind wir alle: ich, Remer & WWN- der ehemalige Soldat, sein General und ich gemeinsam am Tisch. Je länger ich lese, desto mehr Verbindungen mache ich- je länger ich auf den selben blinden Fleck starre und die oberflächigen Fäden in der Hand halte, desto weniger erkenne ich, desto mehr wird WWN wieder FORMLOS.

Weil ich nicht mehr richtig sehen kann, kritzel’ ich schnell die Aktenseiten runter, das wird dann später die Tippgemeinschaft.

Fritz Bauers Plädoyer im Remer Prozess:
https://www.braunschweiger-zeitung.de/bin/archiv/article150755236/Pl%C3%A4doyer-Fritz-Bauer-Remer-Prozess-1952.pdf

PROZESS PERSONEN:

GIT – Komplize/ Hauptverdächtiger
BL1 – Anwesender Polizeibeamter 1
BL2 – Anwesender Polizeibeamter 2
SS1 – Verdächtiger/ Verräter
WWB – weibliche whistle blower
REMER – Remer

PROTOKOL:
(LONG READ)

Vermerk:

Gegen 22.30 Uhr wurde im Landesgerichtsgefängnis Göttingen eine Gegenüberstellung zwischen WWN und GIT durchgeführt. GIT wurde lediglich aufgefordert, dem WWN zu bestätigen, daß er ihn von dem gegebenen Ehrenwort, über die Fahrt nach Herzberg nicht zu sprechen, entbinde. Weiteres wurde nicht gesprochen. Bei der Gegenüberstellung waren BL1 und BL2 zugegen.

Da es erforderlich wurde die Wohnung des WWN nach Beweismaterial zu durchsuchen, wurde zwischenzeitlich Durchsuchungsbeschluss des örtlichen Amtsgerichts herbei geführt und da zu besorgen war, daß nach der Entlassung aus der Vernehmung evtl. vorhandenes Beweismaterial vernichtet wird, sofortige Durchsuchung (Nachtzeit!) für notwendig erachtet. Mit Rücksicht auf die vorgerückte Stunde in Bezug auf die Familie des WWN und auf besonderen Wunsch des Betroffenen wird die Durchsuchung sofort vorgenommen und die Vernehmung zu diesem Zweck weiterhin unterbrochen.

——————
WWN redet:
Die Vernehmung wurde um 24.00 Uhr fortgesetzt, nachdem Herr WWN erklärt hatte, daß er trotz der vorgerückten Stunde willens und in der Lage sei, auszusagen und der Vernehmung zu folgen. Er erklärte ohne weiteren Vorhalt folgendes:
“Das was ich im ersten Teil meiner Vernehmung über mein Verhältnis zu GIT gesagt habe, stimmt genau und ich halte meine Aussage insofern auch aufrecht. Zu der Fahrt nach Herzberg, die Gegenstand der Vernehmung ist, will ich jetzt, nachdem mich Herr GIT von meinem Ehrenwort entbunden hat, aussagen. Ich will meine Aussage insofern berichtigen, daß es nicht am Dienstag (24.10), sondern am Montag (24.10.) war, als ich Herrn GIT das letzte Mal sah. Mir war der genaue Tag nicht mehr in Erinnerung. Am Montag, in den Abendstunden, kam Herr GIT zu mir in meine Wohnung. Er sagte mir, daß eine Sache gegen Otto-Ernst Remer läuft. Er hat mir dann auch ganz flüchtig den Namen SS1 Herzberg in Zusammenhang damit genannt und gesagt, es müsse sofort etwas unternommen werden.

—–

Mir war der Name SS1 Kein Begriff, herr GIT Erläuterte mir aber den Namen SS1 dahingehend, daß dieser Mann DRP-Vorsitzender in Osterode sei. Er sagte mir auch noch mal, daß eine Frau, die im Gefängnis in Göttingen sitzt, “gesungen” habe. Näheres sagte er mir vorerst noch nicht. Wir kamen überein, etwas zu unternehmen und gemeinsam nach Herzberg zu fahren. Es war für uns eine Selbstverständlichkeit, hier irgendetwas zu tun, weil wir glaubten, daß Otto-Ernst Remer gefährdet sei. Wir gingen gemeinsam zu dem Autoverleiher im W. (Name ist mir nicht mehr geläufig) und mieteten dort einen Volkswagen. Ich zahlte für den Wagen 8.-DM. Nach Beendigung der Fahrt mußte ich den Benzintank auffüllen, dafür bezahlte ich noch einmal etwas über 5.-DM. Die genaue Abfahrtszeit ist mir nicht mehr in Erinnerung, es war aber in den späten Abendstunden. Ich steuerte den wagen und wir fuhren nach Herzberg. Da uns der Wohnsitz von Herrn SS1 In Herzberg unbekannt war, mußten wir uns in Herzberg nach seiner Wohnung durchfragen und fanden dann auch seine Wohnung nach längerem Suchen. Nach meiner Erinnerung ist es bereits nach 24.00Uhr gewesen, als wir die Wohnung fanden. Wir klingelten Herrn SS1, der bereits zu Bett lag, aus der Wohnung heraus. Geöffnet wurde zuerst von Frau SS1 und wir baten um eine Rücksprache mit ihrem gatten. Dieser wurde dann geholt und bat uns in die Küche, entschuldigte sich für die Umgebung und fragte uns nach dem Zweck unseres Besuches. Ich stellte mich mit meinem Namen vor und sagte ihm, daß wir ihm etwas wichtiges mitzuteilen hätten,. Kamerad GIT übernahm dann das Wort und erklärte dem SS1 mit kurzen Worten, daß gegen ihn (SS1) ein Verfahren eingeleitet würde und man belastetes Material über angebliche Verbindungen mit Remer und anderen ehemaligen SRP-Angehörigen suchte; er bat darum, falls solches Material vorhanden wäre, dieses zu vernichten. Herr SS1 war sehr erstaunt über unser Erscheinen und etwas deprimiert und nahm an, wir seien von der Kriminalpolizei. Er ging im Anfang seines Gespräches nicht aus sich heraus und argumentierte, er hätte keinerlei Verbindungen zu irgendwelchen Leuten bezw. zur Sowjetzone. Wieso SS1 aus die Beziehungen zur Sowjetzone zu sprechen kam, kann ich nicht mehr genau sagen, ich meine, daß von Seiten des GIT Nichts derartiges gesagt wurde. Kamerad GIT brach sein Gespräch ab, sagte es interessiere ihn nicht, er wäre nur gekommen, um ihm die Situation zu schildern und ihn zu warnen und eventuelles belastendes Material gegen Otto-Ernst Remer und andere Kameraden

—–

zu vernichten. Dann erbat SS1 ihm unsere Adressen zu überassen. Für Herrn GIT Kam dieses nicht in Frage, lediglich ich gab ihm meine Adresse an.er sagte mir, daß er bei gegebener Zeit mich aufsuchen wolle. Damit war unser Gespräch beendet. Wir verlangtem von ihm eine ehrenwörtliche Erklärung, durch Handschlag, nicht über den Besuch zu sprechen. Er gab uns beiden die Erklärung. Wir fuhren dann auf direktem Wege nach Göttingen zurück.
Auf Vorhalt: es ist richtig, daß GIT Von dieser Frau gesprochen hat, die “gesungen” habe. Der Name dieser Frau ist mir nicht geläufig. Ich hatte aber den Eindruck, daß SS1 diese Frau kannte. SS1 meinte darauf, daß es wohl ein Racheakt dieser Frau sei. Auch dabei wies Kamerad SS1 daraufhin, daß diese Dinge, das Private und Kriminelle, ihn nicht interessiere und er lediglich darum gekommen sei, zu warnen.
Auf weiteren Vorhalt: es ist richtig, daß GIT auch einiges davon gesagt hat, was die Frau aus Göttingen gesagt haben soll. Er erwähnte hierbei eine eine angeblich bestehende Verbindung zu Remer, in der Schriftstücke mit der Unterschrift XYZ eine Rolle spielen sollten. es ist möglich, daß in diesem Zusammenhang auch von nationalen Kräften in der Sowjetzone die Rede gewesen ist, den näheren Zusammenhang habe ich aber nicht erkannt. Richtig ist auch, daß ein Doppelname mit dem Anfang “R.” fiel, aber aber auch hier habe ich den Zusammenhang nicht behalten und den richtigen Namen auch nicht mehr im Gedächtnis. – Davon, daß GIT dem SS1 evtl. Gesagt hat, von der Frau aus Göttingen sei auch von dem “Alten” gesprochen worden und daß losgeschlagen werden solle, wenn er die Augen zumacht, weiß ich nichts mehr. Es ist möglich, daß mir GIT hiervon nur im Auto erzählt hat.

Natürlich hat mich der Kamerad auf der Fahrt von Göttingen nach Herzberg auch etwas näher über die Aussage der Frau aus Göttingen unterrichtet, dieses entsprach aber auch nur dem, was xxx GIT dem SS1 gegenüber sagte. Einen Gesamtzusammenhang über das, was die Frau aus Göttingen gesagt ausgesagt haben sollte, bekam ich durch GIT nicht, sondern nur Bruchstücke.ich hatte aber den Eindruck, daß auch der Kamerad GIT nicht mehr wußte, also auch nur bruchstückweise informiert war. – Selbstverständlich ist sowohl bei B. als bei mir das Bewußtsein vorhanden gewesen, daß GIT von den dienstlich zur Kenntnis gelangten Dingen nicht sprechen durfte. Deswegen ja auch meine ehrenwörtliche Versicherung

SAMTKISSEN

“Jeder Arier fühlt sich als Mittelpunkt der Welt:
ich bin der Anfang und das Leben!”
(1930/ 1993, über Arier, NEUAUFLAGE)

Bei uns hat sich immer alles am Rand bewegt. Z.B. Arbeitszimmerrand mit einer kleinen mit Samt ausgelegten Glasvitrine mit einem schlichten Metallgestell vor einer schweren Tapete, die direkt hinter der Tür stand.

Ich denke da lagen:
EPAULETTEN
ABZEICHEN
GROßDEUTSCHLAND
EVTL. TOTENKÖPFE
SAMTKISSEN

Ausführlicher:
Tür auf, Kind kommt rein, Kind wird von WWW umarmt, Kind steht vor riesigem WWN, der kommt aus dem kleinen Arbeitszimmer neben der Tür, Kind geht rein, sieht noch in die Glasvitrine, fühlt sich unwohl, geht wieder raus als Ankommensritual.
Die laute Stimme mit dem mecklenburgischen Dialekt redet weiter, mehr erinnere ich nur blurry.
Der Ton ist klar: ein Skelett aus lautem Reden über singularisierte Völker, die “die” heißen, über eine Sache, die groß war und verloren ist, die der große, immer leicht mit dem Kopf wackelnde WWN, verteidigt, für die er kämpft, die geil gefunden werden soll. Der Ton hält sich bis heute.

Ich erinnere, dass es eine Grenze zwischen mir und allen anderen um uns herum gab, die Grenze hatte nichts mit meinen Alter zu tun (vielleicht 5), sondern mit meinen Umständen als Enkelin, mini arisch aussehend, also initierenswert, aber in so “zweifelhaften” Umständen und durch so “zweifelhafte” Personen entstanden, dass selbst dem simpel dominanten WWN aufgefallen ist, dass es mit mir nicht funktionieren wird. Aber warum habe ich ihn, also also zumindest seine Performance so ernstgenommen, dass ich Jahre darin herumwühlen muss?

War klar, das Personen wie ich, also egal wie ordentlich die Erscheinungsgrundlage war, nicht teilhaben können an etwas so Großen. Das ich nie hätte groß sein können, wie der Kriegsbesieger, dem der jetzt, in den eigenen vier Wänden seine Kampfehre beschwört.
So jemand konnte ich und eigentlich auch niemand anderes werden.

Den WWN Soldat, den Kämpfer kannte ich nicht, an den kann ich mich nicht erinnern. Aber er war auch immer nur eine Erzählung. Eine Fiktion die WWN performt hat. Oder reenacted ohne Kostüm.
Über ihn und solche wie ihn kann ich aber gut nachlesen, seine hierachisch besser positionierten Zeitgenossen, bestimmt seine rolemodels, wie General REMER, sind leicht zu finden.
Ich kann mich zwar erinnern einem ehemaligen Soldaten zugehört zu haben, aber ich habe noch nie die Größe von dem, was da verteidigt worden ist, verstanden.
Später und jetzt finde ich es heiß, wenn Uniformen glänzen: love Muskeln, love Stiefel, love ästhetische Schrecken, love faschistische Glanz aneignen/ überschreiben, aber habe das WWN Unwohlsein vergessen.
Das ist jetzt wieder da.

Mit dem Unwohlsein kommt ein hysterisch, misstrauisch, abergläubischer Strudel, der diffusen Erlebnisse und kollektive Bilder zu einem hybriden meme zermatscht:
General von Stauffenberg ist am 21.07.1944 um ca. 0.30 hingerichtet worden.
wurde ungefähr auf die Minute 36 Jahre später geboren.
es haben sich 1980 die KKK (“Konservativen Kulturkreises”) in meiner Geburtsstadt getroffen, (G2 Atmosphäre)
vor 10 Jahren beim Dreh von Valkyrie bin ich am Rand durch die Sets gelaufen,
Sets für Szenen mit REMER im Bendlerblock, an denen bin ich vorbei gelaufen.

Es sind meine Lebensabschnitte in einander gerutscht: mittlerweile ist WWN historisch geworden; der historische General REMER ist in WWNs Geschichte aufgetaucht, aber auch in pulverisierter Hollywood Erinnerungskultur.
Beide treffen ab jetzt immer wieder zusammen, durch Fakten schmelzen sie in meiner Erinnerung immer wieder zusammen.

SOLDATEN BODY + REICHS RUHM

“Wann ist der Krieg zu Ende?”
“Wenn alle Betriebe “geschlossen” hinter dem Führer stehen.”
(Witz von 1944)

Aber wer hat sich da getroffen, wer ist die Fiktion, wer ist REMER und warum taucht er immer wieder auf, während ich durch die Archive und links gehe?
Und was ist die Division und wie hat sie WWN erzeugt?
Die soldatische Post-Performance kenne ich, deren Historizität und Realität suche ich.

Aal-Torpedo
Alter-Vorgesetzter meist Kompaniechef
Blechhut- Stahlhelm
Blechkrawatte-Ritterkreuz
Eiserne Kuh-Büchsenmilch
Feuerpause-Zigarettenpause
Fliegerbier-Limonade
Gefrierfleischorden-Ostmedaille
Hitlersäge – MG42
Hitlersense – MG42
Horst Wessel Suppe-Fleisch und andere gute Sachen “marschiern im Geiste mit”
Hurratüte-Stahlhelm
Kantinenorden-Kriegsverdienstkreuz
Küchenbulle-Koch
Leithammel-Unteroffizier
Mündungsschoner-schlechter Soldat
Parteihut- Stahlhelm
pumpen- Kniebeugen mit vorgehaltenen Gewehr, auch Liegestütz
Reichsheini-Reichsführer der SS Heinrich Himmler
Schleifer-brutaler Ausbilder, aber bei der Panzertruppe auch reparaturbedürftige Panzer
Spargel-Periskop des U-Bootes
Spiegelei-Deutsches Kreuz in Gold
Stalintorte-trockenes Brot
Wehrbeitrag- im Urlaub gezeugtes Kind
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Soldat/Landserausdruecke-R.htm

Jetzt im diffusen Militär, da wollte mich nie auskennen oder mehr wissen, war abgestoßen.
Weiß mit Heeresdiagrammen nichts anzufangen, will nicht durchsteigen, will mich nicht konzentrieren. Tippe Brigade oder Bataillon oder Führerhauptbatallion in die search, schlage Wiki auf, lese REMER, lese 20.07.1944, REMER ist immer der erste der auftaucht, wenn ich weiter suche, aber nicht weiter lesen kann. Ich fixiere mich auf einen Searchnamen: REMER.
Vermische immer weiter alle Formen, vermische Naziformen, vermische Opaformen, jetzt denke ich, dass es nicht die Fakten sind, die die Geschichte wahr machen.
Ich lese über Hierachien, über Motivationen, mediale Ausschlachtung von heroischen Taten, also die Vorlage für die dienenden Posterboys.
Der eine, WWN mit dem niedrigeren Dienstgrad und der andere, REMER, mit dem Posterdienstgrad.
Beide verschwimmen für einen Moment.
In Ausführung und Repräsentation liegt für mein Verstehen der Schlüssel. Wie der kleine Mann sich und seinen Körper ehrenvoll traumatisiert hat, wie ver sich hat verwunden lassen und die Narben auch seinen Schutz in der BRD werden wird, wie die Soldatenehre im Argumentationsmacht geben wird.

Wie es mit WWN-REMER war:

WWN: evtl. ab 1943 Führerbegleit-Bataillon- Führer-Hauptquartier
REMER: 20.07.1944
WWN: SRP, Tradistionsgemeinschaft Großdeutschland 1950 Flüchtling in die Westzone
REMER: März 1952 Fritz Bauer Prozess/ Oktober 1952 Partei Verbot
WWN: 1955 Prozess Geheimnisverat
REMER: Fluchtbewegungen In-Ausland
WWN: 21.07.1980 Enkelin
REMER: Verlag, Flucht, Exil, Tod, 1997
WWN: Rente, Reisen, agieren, Tod, 2006
Enkelin: 2008 Valkyrie Dreh, REMER Stationen
Enkelin: 2019 Akten REMER/ WWN finden

Es ist für mich nicht mehr wichtig, ob er bei der Wehrmacht oder am Ende (des Kriegs) bei der SS war, ob der 48. General vor dem Ende ihn schon in die SS geholt hat.
Wichtig ist, dass ich denke, dass ich das wissen muss, um zu verstehen, warum er seinen ideologischen Körper weiter verteidigt hat.
Posterboy Soldaten Stahlbody, der um seine Karriere betrogen wurde und aus Trotz weitermacht.
Oder war er, weil er und seine loyalen (Kriegs) Kameraden, weil sie nichts mehr sagen durften in der Opposition?
Es ist wichtig, denn ich will wissen, wann er ein autoritäres Arschloch war und wann er eine verblendete arme Sau war.
Und wann ich anfangen kann zu lachen, obwohl es bei Holocaustleugnern nichts zu lachen gibt.
Ich wollte wissen wieviel Propagandahybris und nationaler Verblendungshass sich in mein Leben eingemischt hat.

Ich glaube, dass ich Schuld habe, weil ich diese Fragen nicht früher gestellt habe. Erst habe ich mich geschämt, jetzt bin ich wütend.
Ich bin keine Täterin, bin kein Opfer, ich bin Mitwisserin, ich bin Ausblenderin, ich bin Beeinflußte, bin ich eine Kontinuität?

“General Remer entledigte sich seiner Uniform und sickerte mit einer Restgruppe in Zivil durch den sowjetischen Einschließungsring, so Remer bzw. Darstellun- gen über die damalige Situation. Die Gruppe gelangte bis zu den Resten der Division »Frunsberg«, die sich über das Erzgebirge nach Süden bis in den Raum Teplitz/Brüx zurückzog. “

QUELLE

CAMOUFLAGING FLUCHTLÜCKEN

“De facto ist die Sache zusammengebrochen wie ein nasser Dreck”
Hannah Arendt, 1964
(1945-49)

(WITZE 1945)

“Wie groß ist der Deutsche Reichsraum?”
“So groß wie der Raum zwischen Haut und Kragen”

“Germania liegt in den Geburtswehen:
Klein- Deutschland wird erwartet.”

“Bei der Arbeit und beim Essen
kann man Hitler nicht vergessen.”

Vor GGG hab’ ich nichts gewusst.

WWN ist AUSGEWANDERT, aus der Westzone (geflüchtet),
wieder eingewandert in die BRD (geflüchtet)

Ich habe Geschichten von WWW, meiner OMA, die als einzige mit mir geredet hat, recherchiert. Die von mir schwammig erinnerten WWW Geschichten, wie ich sie auf ihrem Schoß sitzend angehört habe, von Persilscheinen, von ihr allein in der neuen Stadt, von ihr allein in den ersten Jahren:
Auflösungsjahre
Ablösungsjahre
wie WWN für 4 Jahre unsichtbar war
wie er sich in seiner eigenen Nacherzählung 4 Jahre unsichtbar machen konnte.

Im Archiv war nichts oder fast nichts zu finden. Zufällig ist da wohl ein Ausweisdokument in die Microfiches geslidet.
Jetzt hab ich angefangen mir auszudenken was war, denn erzählen konnte mir es keiner.
Außen im Reich, hat sich alles aufgelöst. Die Soldatenbodies, die ihre Ehrenpower verloren haben, die entweder den selbstgewählten Tod oder die Loyalität genommen haben, um ihren Kampfglanz und ihre skills schnell weg zupacken, aber weiter wissen, was sie können. Die Persönlichkeit, die in der Befehlskette loyal im Acker, in den dreckigen Gräben und verlorenen Frontlinien lag, wird man aber nicht beim Abwerfen der Uniform wieder los. Die nimmt man mit. Die hat WWN mitgenommen. So ein Mann bleibt man.
Der loyale WWN Soldatenbody hat sich T-1000 like neu zusammensetzt, dann in der BRD, dem neuen losen Staat. Die Kriegs- Persönlichkeiten sind nicht mehr zu gelassen, aber konserviert. Das konnte WWN gut nutzen. Er ist in der BRD angekommen, hat sein Selbstbewußtsein konserviert, seinen Soldatenbody. WWN lernt jetzt camouflagen.
Der verschwommene Beweis für den neuen WWN body heißt “politischer Flüchtling”. “Sowjetzone gleich Feindesgebiet” hat er selber plausibel in einer Akte erzählt. Ich habe es bei den Prozessen gefunden.
So ein Mann kann sich auch weiter an den existenziellen Rändern behaupten. Der kann ganz untern in der sich neuen losen Gesellschaft körperlich seinen Platz behaupten.
Es elementarer, körperlicher Überlebensort war der Schrottplatz.
Hier geht 1950, geht für WWN die BRD los.

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SAUBER

“Geld, Verstecke und Aktion:
bodies am Rand”
(1949-52)

Die WWW hat erzählt, sie sagt: Persilschein. Ich weiß nicht was das ist. Da war ich klein, das hab ich mir gemerkt: die WWW erzählt vom WWN im Untergrund, der ist wieder rausgekommen, mit dem Persilschein.

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TRADITIONSGEMEINSCHAFT GROßDEUTSCHLAND

“Die Traditionsgemeinschaft Großdeutschland umfasste alle Großdeutschland-Gruppierungen, die während des Krieges mit diesem Namen verbunden waren: Dies waren der Panzerkorps Großdeutschland, die Führer-Begleit-Division, die Führer-Grenadier-Division, die Kurmark-Division, die Infanterie-Division Großdeutschland, die Ersatzbrigade Großdeutschland und das Lehrregiment Brandenburg.
Aus verschiedenen Gründen ging aus Sicht der Regierung eine Gefahr von dem Verbund aus:
Ohne der Waffen-SS anzugehören, wurde die Einheit eindeutig von der NSDAP als Brückenkopf in die Armee benutzt, und da sie sowohl in Berlin als auch im militärischen Hauptquartier des Führers in Zossen Sicherheitstruppen für die Wache stellte, muss es eine hohe Anzahl indoktrinierter / enthusiastischer Soldaten gegeben haben. Obwohl Großdeutschland also nicht zur Gruppe derjenigen militärischen Einheiten mit bekannten nationalsozialistischen Ursprüngen und Neigungen gehörte, kann man davon ausgehen, dass sie besonders stark ideologisch besetzt war.”

Über die Bedeutung der TRADITIONSGEMEINSCHAFT GROßDEUTSCHLAND:
https://utpjournals.press/doi/10.3138/cjh.34.2.221

SRP

“Remer, diese durchaus subalterne Figur, hat nicht das Los eines Politikers, sondern das eines – Tätowierten. Sein Verhalten am 20. Juli, von dem das Gericht betonte, es könne ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden, hat ihn tätowiert, nicht geprägt. Nun tut er, was die Hintermänner wollen: er, der die Kennmarke trägt, macht ein politisches Geschäft daraus. Und dies ist in seiner ganzen Kläglichkeit in dem Braunschweiger Prozeß sehr deutlich geworden.”

1952: https://www.zeit.de/1952/12/die-srp-verurteilt

 

“Die SRP erfuhr einen beispiellosen Boom, vor allem in Niedersachsen: 6500 ihrer 11.200 Mitglieder rekrutierte die SRP hier, Remer nannte das Bundesland den “Kristallisationskern eines zukünftigen gesamtdeutschen Reiches”: Vertriebene, Flüchtlinge und Arbeitslose waren nach dem Krieg nach Niedersachsen geströmt, viele waren verbitterte Altnazis. Für die SRP ein Glücksfall: Bei den Landtagswahlen im Mai 1951 erhielt sie elf Prozent der Wählerstimmen und ergatterte 16 Mandate, ein halbes Jahr später zogen in Bremen acht SRP-Abgeordnete in die Bürgerschaft ein. In Verden an der Aller stellte die Remer-Truppe sogar die stärkste Fraktion, nachdem sie sensationelle 27,7 Prozent der Stimmen erhalten hatten.”

https://www.spiegel.de/geschichte/rechtsradikale-srp-a-947501.html

FRITZ BAUER SEIN

“Die Probleme, die die Bewältigung unserer Vergangenheit aufwirft, sind, wie ich meinen möchte, in Deutschland zu selten und oft auch unzulänglich behandelt worden, wenn auch der Begriff der Vergangenheitsbewältigung zum deutschen Sprachschatz gehört.”
(Fritz Bauer, 1965)

Die politisch kritischen Menschen gab es innen in meinem Kosmos nicht, da bin ich reingestrickt worden, über die, die am nächsten dran an mir in Niedersachsen waren, habe ich wenig gelernt. Also von außen, in der Schule gelernt. Mein eigenes Unwohlsein mit dem dominanten WWN body war eine bubble, aus der herausschauend ich außen wenig Komplizen erkennen konnte.
Und jetzt lese ich seit ein paar Jahren mit idiotisch offenem Mund, wie Fritz Bauer in Niedersachsen anfangen hat, wie in NIEDERSACHSEN, auf der dunklen Erde auch noch etwas anderes passiert ist als die Formulierung von bitteren Reichsträumen.

REMER PROZESS:

https://de.wikipedia.org/wiki/Remer-Prozess

Bei einer Wahlkampfrede in Braunschweig brüstete sich Remer am 3. Mai 1951 mit seiner Tat: Ein Blutvergießen habe er im Sommer 1944 verhindert, sagte er vor tausend Zuschauern, und: “Sie können Gift darauf nehmen, diese Landesverräter werden eines Tages vor einem deutschen Gericht sich zu verantworten haben.” Folgenschwere Worte.
aus
https://www.spiegel.de/geschichte/rechtsradikale-srp-a-947501.html#

Fritz Bauers Plädoyer im Remer Prozess:
https://www.braunschweiger-zeitung.de/bin/archiv/article150755236/Pl%C3%A4doyer-Fritz-Bauer-Remer-Prozess-1952.pdf

“heute Abend im Kellerclub” 1964:
TRANSKRIPT/ AUSSCHNITT

28:03 eine Schizophrenie an der unser ganzes Volk leidet/ krankt (es geht um ein Urteil des Bundesgerichtshof gegen/ für Richter mit NS Geschichte)
Und ich sage ihnen das sind so viele Eisberge unter dem Wasser

Fritz Bauer, erste Sichtung 31.07.19

 

DER EINFACHE MANN: VORWIEGEND GROSS- UND GESAMTDEUTSCHES

“Posterboy incognito- wie war das?”
(1965-83)

MEIN OPA hat im Finanzamt gearbeitet. Da hat er nichts zurückgehalten, sein Arbeitsvorgang ganz unten in der Hierarchie im Arbeitsraum, sein sonst weiter zu groß.
Hab immer gedacht, dass ihm- creep, großer Typ, er mit der Urnase, (wir auch alle mit der Nase) und massiver Arier beauty Statur- mit dem langen grauen Mantel und dem Lodenhut das Amt gehört. Ich habe gedacht, dass Amtleute so aussehen müssen. Hatte Angst vor dem Mantel, obwohl er den nie anhatte.
Vom Amt reden war eigentlich der einzige andere Vortrag, der noch rausgeschrien wurde, neben dem Arier talk.

Worüber man so redet, während man sich 1960 unterhält,
wenn die einen sich nichts sagen wollen und die anderen nichts hören.
Mit:

DIE LIEBEN KOLLEGEN

WNN der quasi Beamte – deutscher Arbeiter im KFZ-AMT, ein Kassenwart, unten in der Hirachiekette
YETI  Beobachter Kollege
FRAU R.  Beschädigte Kollegin
HERR C.  der Untertan, ein älterer untersetzer Herr
10 STILLE KOLLEGEN  still
BÜRGER 1  Beschädigter Bürger, hat ein Anliegen
BÜRGER 2  Wohlgesinnter Bürger, hat ein Anliegen

——————-

Mittags, 13.36h, ca. 1960, in einem Großraumbüro mit sehr stickiger Luft:

WWN:

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YETI:

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FRAU R.:

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HERR C.:

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BÜRGER 1:

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WWN:

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(AUSSCHNITT)

NPD + BEAUTY OF MICROFICHE

“Strukturen sehen, Netzwerke ahnen lernen”
(1969-93, 2019)

Jetzt weiß ich auch nicht weiter. Keiner hat jemals von einer Partei geredet.

NPD (National Demokratische Partei Deutschland) seit 1964
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationaldemokratische_Partei_Deutschlands

Eine wage Erinnerung an zwei Parteivorsitzende: von Thadden und Deckert habe ich. Die hatten für mich nie etwas mit Partei zu tun.

VON THADDEN

v.Th.: Die Bräune in meinem Gesicht kommt von Teneriffa und nicht von innen…
Journalist: Warum betonen sie das?
v.Th.: Ich wurde darauf angesprochen…

2:59
(Radikalismus in der Demokratie (Diskussion u.a. mit von Thadden 1967)

https://www.youtube.com/watch?v=ZIBVWzoOMKo,

Erinnern kann ich mich, dass er von Deckert erzählt hat, ich kann mich erinnern, dass es um seinen Kamerad Deckert ging. Ich kann mich erinnern, dass es um seinen Kamerad Deckert und die Holocaustlüge ging. Ich kann mich erinnern, dass es gesagt wurde, dass es ein Skandal sei, dass der Kamerad Deckert jetzt im Gefängnis sei.

Laut einer Forsa-Umfrage von 1994 stimmten hochgerechnet 1,9 Millionen Deutsche der Holocaustleugnung zu.
53 Prozent der Befragten wollten einen Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit ziehen.[135]
https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustleugnung#cite_note-135

Dann Erinnerungslücke.
Dann war ich in einer der ersten Schulstunden an dem Tag, in einem fachspezifischen Klassenzimmer, hab mein Zeug an meinem Platz auf den Tisch geschüttet und da lag dann ein Heft oder Zettel, da bin ich nicht mehr sicher, die aus der Tasche gefallen sind.

DECKERT

“Die heftige öffentliche Diskussion um den Fall Deckert und insbesondere die Feststellung des BGH vom März 1994, dass die Leugnung des Holocaust nur dann im Rahmen des Volksverhetzungsparagraphen §130 strafbar ist, wenn sie mit einem Angriff auf die Menschenwürde einhergeht (“qualifizierte Auschwitzlüge”), nicht jedoch wenn der Holocaust lediglich bestritten wird (“einfache Auschwitzlüge”), beförderte gesetzgeberische Änderungen maßgeblich. Mit der Neufassung des § 130 des Strafgesetzbuchs wurde Holocaustleugnung zum 1. Dezember 1994 nun ein eigener Strafbestand, der mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird.”
Nacherzählt: ein ihm ideologisch verbundener Richter spricht Deckert 1994 frei mit einem Urteil, das u.a. sagt: “Zugute gehalten wurde Deckert ein “schwere(s) Lebensschicksal” , da er aufgrund seiner Bindung an die NPD “seinen geliebten Beruf” als Lehrer aufgeben musste.”
S.120, Christian Mendel, Fall Deckert
aus Handbuch des Antisemitismius, Judenfeindschaft in Gegenwart und Geschichte, Hrsg. Wolfgang Benz, Band 4, Ereignisse, Dekrete, Kontroversen

 

Verfassungsschutz beauty:
Wer hat schon Familie mit Verfassungsschutzakten oder weiß von den Akten oder hat sie gefunden?
Jetzt kann jetzt “ Verfassungsschutz” erzählen, aber mehr weiß ich auch nicht.
Hat bis ich ins erste Archiv gegangen bin keiner gesagt:
der war in der NPD, sagt der geborgene Microfiche
die erste Observierung war 65,
die letze Nennung in den frühen 90ern,
sein Name taucht nur in Listen auf,
Jetzt kann jetzt “ Verfassungsschutz” erzählen, aber mehr weiß ich auch nicht.

SEHEN + GESEHEN WERDEN

“blurry: alter Soldatenbody marschiert für Franco
blurry: alter Soldatenbody marschiert auf Ijzerbedevaart”
(??1990-96??)

Habe ihn 2x in der Tagesschau zwischen 1990-96 gesehen, während ich auf unserem dunkelweiß gepolsterten Samtsofa mit hohen Beinen saß. Einmal in Spanien bei einem Franco Treffen, einmal in Belgien bei einem Aufmarsch von vielleicht ultra Rechten.
Außer Belgien habe ich mir das Wort ultra Rechte oder ULTRA als Kommentar zur Taggesschau mit WWN gespeichert. Warum ich mir Belgien gemerkt habe, weiß nicht. Weil ich mir sonst nur noch Fackeln und seinen langen, grauen Mantel gemerkt habe. Klar, bedrohlichstes Bild, um den Schreck WWN im Fernsehen zu sehen, zu speichern. Also nicht mehr nur uns oder mich politisch anschreiend, sondern jetzt auch offiziell zur primetime für alle zu sehen.
Ob ich das jemand, außerhalb von uns, mir und meiner Mutter erzählt habe, weiß ich nicht mehr. Das habe ich gelöscht.
Alles außer Fackeln und langer Mantel, ist mir jetzt ein durchs Erinnern verwirrtes Konstrukt.

Was das Franco Treffen hätte sein können, habe ich bisher nicht gefunden. dass GENERAL FRANCISCO FRANCO attraktiv fürs agile Aufsuchen war, versteht sich:

GENERAL FRANCISCO FRANCO
https://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_Franco#Nachleben

Was das Belgien Treffen hätte sein können, habe ich jetzt gefunden. Bestimmt war es im ewigen Flandern. Da gab es eine kontinuierliche Wallfahrts Möglichkeit, die auch schon früher, also bevor wohl etwas allgemein Interessantes vorgefallen ist (1982):

„Nazi-Internationale im belgischen Diksmuide“ und berichtete von fremdenfeindlichen Sprüchen und Symbolen sowie von einem Büchertisch der NPD: „In Diksmuide trifft sich einmal im Jahr die Internationale der verfemten, aber gerade noch legalen Rechten, denen demokratische Opposition zu dekadent und Bombenlegen zu gefährlich ist.“ Gefährlich sei es hingegen, dort Französisch zu sprechen.
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14348916.html

Gefunden habe ich die Ijzerbedewaart wo anders, nicht mehr in der WWN bubble, sondern an neuen Rändern, auch niedersächsischen Rändern, auch Kindheitsrändern, aber außerhalb der Familie, im Innenstadtzentrum.
Nicht mehr schreckgesichtig, sondern erstaunt über noch mehr Nähe…

“Some participants did not agree with both the abolishing of the Second World War blemish and the rephrasing of the message, they first tried to take over the organisation, and in 1996 they even physically attacked the president during the IJzerbedevaart. This profound discord further harmed the reputation of the pilgrimage. Eventually the dissenters, who consider themselves to be more radical, split off and formed the IJzerwake. “
https://wikivisually.com/wiki/IJzerbedevaart

G3

Geht Doch

die dritte Atmosphäre

MEANWHILE

Brutal erstmal gar nichts gemacht,
Außer weiter Nägel.

“Brutal gar nichts gemacht. Als ich erstmal auf dem zurückgezogenen Platz gesessen habe, hat mich nichts mehr bewegt.”

“Es war zwar eine brutal lange Zeit, in der nichts passiert ist und es wird brutal lange dauern, bis es fertig ist, aber”
07.03.2020

22.01.2020

Weltkriegsbombe am “Alex“ in Berlin entschärft – Fernsehturm gesperrt
https://www.rnd.de/panorama/weltkriegsbombe-am-roten-rathaus-in-berlin-wird-entscharft-DF3S4FIOKH5NR5BAQQ7VVA54NQ.html

28.06.2019

Stephan Ernst war offenbar Mitglied in völkischer „Artgemeinschaft“
https://www.welt.de/politik/deutschland/article196039643/Mordfall-Luebcke-Taeter-tauchte-noch-2011-im-Umfeld-von-Neonazi-Truppe-auf.html
gelesen am 21.02.20

30.06.2019

„Einer der besten Kameraden“
Stephan Ernst soll zur „völkischen Artgemeinschaft“ gehört haben. Hinweise häufen sich, dass der Mord an Lübcke nicht die Tat eines Einzelnen war.
https://taz.de/Mordfall-Walter-Luebcke/!5603834/
gelesen am 21.02.20

NIEDERSACHSEN ERDVERWACHSEN/ GEHT DOCH

Finsterstes ablackieren.

In der LTI finde ich Todesanzeigen. Alle Atmosphären clashen darein. Kurz vorm Spazieren gehen, auf dem Weg zum Archiv clashen die zusammen: REALE Todesanzeige und LTI.
Die Atmosphären werden jetzt Amalgan. Keine Amalgan bodies mehr, keine smarte BRD characters mehr. This. Jetzt. Immer noch. Kann meinen Augen nicht glauben. 2019 erst gesehen. Junge was. Vorher nicht gesehen.
Das war es also und das ist es immer noch. Einfach nicht gesehen. Aber ich weiß doch eigentlich.

“XIX Familienanzeigen als kleines Repetitorium der LTI”:
…. daß der SS-Vater seinem von Natur simpleren Vornamen wenigstens durch den Bindestrich einen volleren Teutschton verleiht, daß statt des Sterns oder des Wortes »geboren« die Lebensrune gesetzt ist, das alles sind nur gehäufte Anwendungen bereits üblicher Nazismen….

Niedersachsen Erdverwachsen bleibt.
Niedersachsen ist exemplarisch. Wir und ich sind exemplarisch. Konstanter NS wird exemplarisch in Fiktion und Realität. Die Performances unserer Gruppe und von unserem STANDORT sind fluide. Wir sind Fiktion, das “sich Fiktionen zu legen” zieht sich durch. Bei mir angekommen ist das völkische, das sich in der Fiktion abgelegt hat.
Trotzdem bleiben die Übergänge fluide. Die Gs sind fluide.
Die Zeiten sind fluide. Die Personen werden fluide, ihre Handlungen auch?
Wer hat sich bei wem abgelegt? Wer ist in welche Fiktion gerutscht?

ging nicht, geht nicht, geht doch

Wer, wie, wann- definiert und performt hat, löst sich je länger ich recherchiere, spreche, befrage, aufgebe und wieder aufnehme immer mehr auf.
Das ist wohl der Bodensatz zu dem ich jetzt vorgedrungen bin:
Fiktion + Realität sind immer schon in unseren Erzählungen aufgelöst. Wer von sich was behauptet ist Fiktion. Fiktion, die immer vor 1945, in den 12 Jahren anfängt.
Bei einigen von uns habe ich Fiktions-Wollen festgestellt, weil diese Realität für sie nicht geht.
Bei den meisten von uns ist sie allerdings Einverleibung und Schutz gegen die Maßlosigkeit der Fiktion der deutschen Fiktion. Die maßlos Realität für uns geworden ist. Obwohl unser realer main player uns nur noch Fiktion gegeben hat.
Die Fiktion, die wir seit 75 Jahren performen und performt haben, bleibt eine Ambivalente Annahme des Maßlosen. Das bleibt sie nur für uns, die performen und nicht für die, die unsere Performance IMMER Realität geworden ist und bleibt. Unsere Maßlosigkeit ist ihr Tod gewesen und kann es immer noch werden.

Argwöhnisches Ensemble
Da ist es, mein ganz persönliches Tabu. Dass es Enkel*innen Biografien von viel sichtbareren, bösartigeren, abgründigeren Täter*innen gibt, hat mein Tabu für mich lange unsichtbar gemacht.
Der Vergleich von meinen Erfahrungen mit dem Sichtbaren, also dem Erzählbaren, in Doku’s Steckbaren und in Hollywoodmatsch Absorbierbaren, das in meinem Blick bequeme NACHZEICHNEN, also Aussprechen von SS und OFFIZIER und GESTAPO und BLOCKWART und BENDLER BLOCK und HITLER und WOLFSSCHANZE und WOLLT IHR DEN TOTALEN KRIEG und BLONDIE DER SCHÖNE SCHÄFERHUND und LAGERKOMMANDANT und SS TOTENKÖPFEN und REICHSKRISTALLNACHT und PERSILSCHEIN und NACH ’45 und und und hat mein Tabu verstärkt, quasi die Reichsgrenzen der zweiten Atmosphäre in alle Richtungen nach Außen erweitert.

09.08.2019
09.09.2019

19 Rechtsextremisten in #Niedersachsen dürfen scharfe Pistolen, Revolver und Gewehre besitzen – und zwar ganz legal.
https://twitter.com/ndrnds/status/1171127195206586368?s=12

18.02.2020

Historische Entwicklung der extrem rechten Szene zwischen Hannover, Schaumburg und Nienburg
https://recherchenetzwerkhannover.org/wp/?p=94

12.06.2020

Im südniedersächsischen Einbeck hat sich ein 26-jähriger Neonazi schwer an der Hand verletzt, weil er einen Sprengstoffanschlag auf das Haus einer Antifaschistin in Einbeck verübt haben soll. Nachdem er 2019 mit zwei weiteren Neonazis in der KZ-Gedenkstätte
https://twitter.com/derrechterand/status/1271059491421741057?s=12

NAZIS CLOSE TO HOME

“Zugehörigkeitsstolz der zweiten Atmosphäre kontinuierlich abfackeln.”

IM ARCHIV in Niedersachsen:
3 Tage lang mit Fieber im Außenarchiv gesessen und gelesen. Das Archiv war von Hannover aus wenig zu erreichen, erst Tram und umsteigen, ein Bus in den nächsten, dann- dann durch niederschwellige Archivschleusen.
Dann die Akte entgegennehmen und hinsetzen.
Fotografieren nur angemeldet. Alles gemacht, dann einen Namen gelesen, den ich nicht kannte,
schnell gegoogelt, gleich gefunden, eigentlich doch schon gekannt.
Da waren wir alle: ich, Remer & WWN- poster boy, sein General und ich am Tisch.
Länger lesen, mehr Verbindungen- länger auf den selben blinden Fleck starren,
mit immer weniger erkennen wird WWN wieder FORMLOS.
IM ARCHIV sitzt bleibt nicht mehr richtig sehen.
14.07.19

Niedersachsen existiert erst seit 1945
4. Aus der Väter Blut und Wunden
Wächst der Söhne Heldenmut.
Niedersachsen soll’s bekunden:
Für die Freiheit Gut und Blut.
Fest wie unsre Eichen halten
Allezeit wir stand,
Wenn Stürme brausen
Übers deutsche Vaterland.
Wir sind die Niedersachsen,
Sturmfest und erdverwachsen,
Heil Herzog Widukinds Stamm!
Wir sind die Niedersachsen,
Sturmfest und erdverwachsen,
Heil Herzog Widukinds Stamm!

NIEDERSACHSEN KUNSTPRODUKT.
Finstere Erde Kunstprodukt.
Wir Kunstprodukt? Wir Fiktion?
Diese hot spot Fiktion?
Ich raus.

21.09.21

06.10.2019
13.10.2019

Stephan B. war sechs Monate beim Panzergrenadierbetaillon. Jetzt könnte man natürlich über die Bundeswehr reden, die mit Gaming-Ästhetik und kriegsverherrlichenden Slogans
https://twitter.com/sojajunge/status/1183001708609310721?s=12
x^ x

21.02.2020
15.06.2020

#KeineEinzeltäter im Fall #Lübcke. Die Verbindungen zum #NSU hat
@ExifRecherche
umfassend recherchiert. Unbedingt lesen: https://bit.ly/3d6Qncc Natürlich mit dabei: Ex-Verfassungsschützer Andreas #Temme. #wirklagenan
https://twitter.com/nsu_tribunal/status/1272813793660280836?s=12

15.06.2020

NSU WATCH:
Der Vormittag im Prozess gegen Stephan Ernst und Markus H. war geprägt von (Befangenheits-)Anträgen und einem Zwist zwischen den Verteidigungen. “Für die Nebenklage ist es unerträglich, dass das der Prozessauftakt ist.”, sagte der Anwalt der Familie #Lübcke. Details im Thread
https://twitter.com/nsuwatch/status/1272862970775814145?s=12

11.10.2019

Nach Halle: Über Schreibtischtäter und Attentäter
Um Haaresbreite ist die jüdische Gemeinde in Halle einem Blutbad durch einen deutschen Nazi-Egoshooter entgangen.
https://www.rosalux.de/news/id/41103/

11.10.2019

Gastbeitrag von Max Czollek zu Halle: Der Sturm, vor dem wir euch gewarnt haben
https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/antisemitischer-anschlag-in-halle-gastbeitrag-von-max-czollek-a-1290955.html

12.05.2020

»Es handelt sich hier nicht um Linke. Was am Samstag auf dem Alexanderplatz stattgefunden hat, war ein rechter Aufstandsversuch«, sagt @berlin_vvn_bda
über die #Hygienedemo in Berlin. Antifaschisten organisieren Protest – und einen ersten Erfolg.
https://twitter.com/ndaktuell/status/1260202323122499584?s=12

BADEZIMMER INCIDENT

Nagelstudio GÖ

DER BADEZIMMER INCIDENT
(long read)
WWN beobachtetes Objekt 1-, mein Opa, fanatischer Typ
WJ1 beobachtetes Objekt 2- vermeintliche Wiking Jugend teen, der den Haushalt gemacht, um auf richtige Gedanken zu kommen

13.34h:
Sie geht in die ebenerdige Wohnung. In der Wohnung angekommen legt sie ihren Rucksack in den Flur. Links geht es in die Küche. Geradeaus, am Ende vom Flur, ist eine Tür zu einem kleinen Badezimmer.
Die Toilette ist auf der linken Seite und nicht direkt einsehbar, rechts davon das Waschbecken mit einem Vorsprung als Ablage.

Objekt 1 kommt aus dem hinteren Bereich der Wohnung, um sie zu begrüßen. Er stellt flüchtig den Jugendlichen (Objekt 2) als seinen Adjutanten, höchst wahrscheinlich aus der Wiking-Jugend, vor. Er hilft ihm zu diesem Zeitpunkt im Haushalt.
Dann haben sich alle 3 Personen in die Küche bewegt.
———
… Ich erinnere mich, dass wir zu dritt in der Küche waren, um eine Brause zu trinken. Ich stand in der Nähe von der Tür, eine teen Glatze (WJ1) nicht weit weg von mir. WWN in Kühlschranknähe.
Da hat WWN vorgeschlagen, dass ich den teen öfter treffen könnte.

Warum ich meinen Schulrucksack gegriffen habe, weiß ich nicht mehr, auch nicht, was meine Antwort auf den Vorschlag war.
Ich kann mich erst wieder daran erinnern, im kleinen Bad auf dem Klodeckel zu sitzen und mit verschlossener Tür in meinem Rucksack zu wühlen.
Ich habe nach einer von den Nagellackflaschen gesucht, die ich zu dieser Zeit immer mit mir rumgetragen habe.

Dann habe ich mir die Nägel lackiert.
———
Einige Tage später war ich immer noch wütend.
Dann habe ich am späten Nachmittag WWN angerufen.

Er ist auch gleich an den Apparat gegangen und hat mit seiner üblichen Stimme laut seinen Nachnamen in den Hörer gegrölt.
Gesagt habe ich ihm das mir Vorgenommene.
Er hat einfach weitergeredet wie immer. Gelacht und weiter monologisiert. Da hab ich aufgelegt.

Was ich dann gemacht habe, weiß ich nicht mehr. (1995 GIF)
———
“Das Versehen im Badezimmer zu landen und Bedrängung mit beißendem Nagellackgeruch zu bashen, ist zum perfekten Besuch im Nagelstudio gemorpht: ein bißchen schmerzhaft, unendliche personalisierte Farbpaletten und als Ergebnis ein Schutzschild mit dem man jeden Tag unaufgefordert repräsentiert.”
20.10.20

WEITERHIN:
finstere ATMOSPHÄRE
Lebens ATMOSPHÄRE
Identitäts ATMOSPHÄRE
Einheits ATMOSPHÄRE
Täter ATMOSPHÄRE
Verlierer ATMOSPHÄRE
ATMOSPHÄREN Einheit

“die bashende Dominanz der Lebensatmosphäre.”
02.09.21

09.10.2019

Es gab keine Stunde Null, keinen Tag seit 1945 ohne rechtsextremistische Strukturen in Deutschland.
https://twitter.com/dirklaabs/status/1182226327291748352?s=12

09.10.2019

Es ist und bleibt dabei: im rechtsextremen Denken ist in letzter Konsequenz die Ermordung und Vernichtung von Menschen angelegt.
https://twitter.com/natascha_strobl/status/1181947800789159937?s=12

09.07.2019

Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus
https://www.youtube.com/watch?v=ECQOctFuw50&feature=share

THE RETURN OF RUTH KLÜGER

“Was Nazis sind: “Amoklauf einer besessenen Kultur”
Ruth Klüger. “weiter leben.”, Kapitel 5

Oder die Rote Straße hat auch ein Ende. Am Ende vermute ich jetzt wieder WW-N. Ja, DER GRAF, war der nicht eben noch fiktiv genug, um ihn zu übersehen?
Ja, how kaputt von mir. Deswegen.
Wenn man nicht übersehen kann. Wenn man unbequem bleibt.
05.10.21

Und das ist nicht mehr DER GRAF. Das ist nicht mehr WW-N verschluckt in meiner cheeky LTI Anonymität. Das sind alle meine Atmosphären.

“An dem Tag an eine Unbequeme gestorben ist, fange ich an wieder an ihrem Kapitel zu arbeiten, dass ich eigentlich löschen muss.

Die Übelkeit und die Frage nach der Angemessenheit Ruth Klüger in der Aufarbeitung von Aufwachsen mit einem Nazi zu zitieren, wird überlagert von der Übelkeit, die ihr Tod auslöst.
Es ist jemand gestorben, der bis vor Kurzem durch ihr Überleben und Weiterleben Personen wie WW-N in ihr ekelhaftes Loch zurückgetreten hat. Jetzt tut sie das nicht mehr. Aber sie hat ihn und viele andere Überlebt. Damit hat sie uns aus der zweiten Atmosphäre, die das drüber Sprechen immer noch nicht gelernt haben das Wichtigste hinterlassen. Das ist keine Fiktion. Sie war keine Fiktion.”
07.10.20

23.03.2020

Ruth Klüger. Professorin, Autorin.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_Kl%C3%BCger

25.03.2020

Ruth Klüger, Weiter Leben. Eine Jugend
https://de.wikipedia.org/wiki/Weiter_leben._Eine_Jugend

07.10.2020

Wir trauern um Ruth Klüger, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2020 nach langer Krankheit im Kreise ihrer Familie gestorben ist.
https://twitter.com/wallsteinverlag/status/1313778114758090752?s=12

07.10.2020

Prof. Dr. Ruth Klüger zur Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus ( Bundestag, 27.1.2016)
https://www.youtube.com/watch?v=-K02wZPcrLM&feature=youtu.be

07.10.2020

Wir denken an Ruth Klüger, die im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Bekannt machte sie ihr Buch »weiter leben. Eine Jugend«, das Zeugnis über die Schrecken der Konzentrationslager ablegte. Uns war sie als Mitglied des Wissenschaftl. Beirats verbunden.
https://twitter.com/fritzbauerinst/status/1313800816747253760?s=12

07.10.2020

Ruth Klüger hat mal einem sexistischen Professor ein Glas Wein übergekippt. Beate Klarsfeld hat einen Nazi geohrfeigt. Das ist die Höflichkeit, an der ihr euch orientieren solltet.
https://twitter.com/pgexplaining/status/1313921556322701316?s=12

08.10.2020

When I slept at her house, she let me stay up all night reading. She took me seriously as a writer, gave me my 1st laptop & told me to send her my work. For 2 decades, I did. She was a badass & she’ll always loom large in my life. May your memory be a blessing, grandma.
https://twitter.com/antoniaangress/status/1313956962590130176?s=12

08.10.2020

Der vom Internet vergebene Literaturnobelpreis geht heute an Ruth Klüger.
https://twitter.com/pgexplaining/status/1314158739231051778?s=12

11.10.2020

Nicht kaschierte Distanz – Zum Tod von Ruth Klüger
https://www.54books.de/nicht-kaschierte-distanz-zum-tod-von-ruth-klueger/

“Ich rezitierte kühn, mit dem Hintergedanken: »Es wird ihn schon erwischen, den Kerl, der mich geschlagen hat, früher oder später wird es ihn erwischen.« Das war damals ein Trost, aber es war auch ein Unsinn, denn es hat ihn sicher nicht erwischt. Wenn er nicht in Südamerika eine bequeme Villa hat, so lebt er vielleicht in Göttingen und ist der Rentner, der mir neulich in Schmidts Drogerie-Markt aufgefallen ist, als er sich zusammen mit einer jungen Verkäuferin den Mund über die schmarotzenden Aussiedler aus Polen zerrissen hat. »Die Ausländer, die sollt man vergasen, und die Politiker gleich dazu«, meinte er. Ich war im Begriff, zwischen zwei Tuben Zahnpasta zu wählen, die fielen mir fast aus der Hand. Ich schau hin zu ihm, schätze sein Alter, ja, der ist alt genug, der weiß, was er sagt. Er merkt meinen Blick, er mustert mich seinerseits. »Solche Sprüche!« sag ich zu ihm, wir sehen einander in die Augen, Freunderl, wir kennen uns, da sagt er mit festem, höhnischem Blick: »Ja, ja, Sie haben schon richtig gehört.
Ruth Klüger. “weiter leben.” iBooks. S.197

MOMS

MOMS Polish.

MOM NO.01:
“Bilder die man findet, abnimmt + nicht ausfüllt:
Das hab ich von MOM NO.01 und den Frauen um mich herum gelernt: marginalisiert in die Ecke gestellt, neidisch weggedrückt werden, klein performt werden, wenige haben agiert, andere haben nur sichere Bilder von sich erzeugt, also Schutzbilder, die sie von progressiven Frauen abgeschaut haben.”
13.01.20

TIPPGEMEINSCHAFT
Meine MOM NO.01 tippt jetzt für mich, wir tippen zusammen, sie hört bei allem zu + ist ein backbone geworden. Wir sind eine neue Allianz. Die Tippgemeinschaft funktioniert, weil sie eine Allianz ist. Sie geht auch, weil MOM NO.01 und ich jetzt den ersten Exorzismus hinter uns haben und an die unbequemen Geschichten heran kommen. Wir gehen zusammen in die unheimlichen Bereiche, jede gibt dazu, was sie weit weg von der Anderen, obwohl direkt nebeneinander, gelernt hat.
Die Tippgemeinschaft gehört zum Aufsammeln vom gesmashten Frau-sein: wir haben uns unterm Radar etwas gebaut, allein + selbständig. Wir waren nicht sichtbar + wir haben uns nicht organisiert. Wir haben leise Wut produziert, wir haben einfach weiter gemacht. Wir haben nicht miteinander geredet, wir haben uns Scheiße gefunden, wir haben Angst vor einander gehabt.
Wir haben weiter gemacht. In doppelt schweigender Frauenrealität in 2. und 3. Generation.

Jetzt sind wir Fragestellerinnen mit stolzer Maulhalter*innen-Vergangenheit.

Im Moment sind wir zu zweit. MOM NO.02, also die Tote -WWW- befragen wir jetzt gemeinsam, wir befragen sie, wenn wir uns die Fotos, die wir beide nicht aufgehoben haben, den Anderen abschwatzen wollen.
Das machen wir jetzt als Tippgemeinschaft.
28.12.19

MOM NO.02:
“WWW hat sich alles unterm Radar gemerkt und mir erzählt. Ich habe zugehört und irgendwo dunkel gespeichert.”
18.01.19

MOI:
Intuitiv dagegen sein. 15 sein, auf Verachtung keinen Bock mehr haben. Das war Verachtung von Feinheit/ Fragilität.
Immer noch: Sprechfindungsschwierigkeiten.

Ich hab immer geglaubt, dass ich Teil von nichts bin, dass ich die Malocherkultur, Malocher aller Form hinter mir gelassen hab/ nie Teil von denen war/ die nie Teil von mir sein wollten. Die Malocher waren, in unserer Welt immer die Männer und waren sichtbar.
Die sind aber mein System. Mein System ist ein schizophrenes von-unten. Es gab/ gibt da keine Artikulierung, es gab/ gibt da keinen leader, außerhalb vom Erde, Wald oder Schrottplätzen war da keine Verknüpfung/ Organisation, da wurde sich seinem unten-sein hingegeben, da gab es nichts Größeres oder Ehrgeiz.
Das Größere war immer Erde, Wald oder Schrottplatz.
Eigentlich sehr sicher.
Das war keine Bescheidenheit, das war Geiz + Unsicherheit.
Der Einzige, der dem Oben in der Pyramide hinterher gejagt ist, war WWN. Das soldatischen Aufpolieren all the way.
– der war 3 Jahre Elite- der hat immer die hysterisch glänzenden Elitenbilder vom Untergang aus weitererzählt – der hat sich über die Kleinheit seines Alltags erhoben – sein Amts-Alltag war unten in der Pyramide. Da war der immer ein Anderer, obwohl er sich nie geändert hat, 40 Jahre, war er auch schizo ganz unten, durch autoritäre Behauptung hat der Bilder aufrecht erhalten hat, durch die alle seine Kollegen seine HERRSCHAFT glauben sollten.

Jetzt kann ich meine ULTRA FRAGE stellen:
Warum gab es in allen G-Zeiten keine sichtbare Position für Frauen? Weil wir dagegen gehalten haben?
Frage ich als Täterenkelin.
09.02.20

25.10.2020

Andrea Dworkin, Right Wing Women
http://radfem.org/dworkin/

BADEZIMMER INCIDENT auflösen: RAUS II

Modelierungsphase

“Wenn du dir im letzen Arbeitsabschnitt die click-on nude nails beim Palo Santo anzünden abfackelst, weißt du, dass dein Aufarbeiten tight versucht sich nicht aus dem Inszenieren zu nehmen. nailFICTION.”
07.01.21

15.04.2020

male FICTION. nail FICTION.

27.10.2020

now NAILS sung:
ALMOND shape
ARROW HEAD shape
BALLERINA shape
COFFIN shape
EDGE shape
FLARE shape
LIPSTICK shape
MOUNTAIN PEAK shape
OVAL shape
ROUNDED shape
STILETTO shape
SQUOVAL shape
SQUARE shape

01.06.2020

Hilft:
i built a tool for quickly scrubbing metadata from images and selectively painting over or blurring faces and identifiable features. it runs directly in the browser on a phone or computer, and doesn’t send info anywhere. process your images of protesters and keep your community safe:
everestpipkin.github.io/image-scrubber
https://www.instagram.com/p/CA10ByMl4Yt/?igshid=6xxqrfvktbmt

03.10.2020

Preview GGG_HQ bei GOLD+BETON Köln, 04.11.2020
http://goldundbeton.de/wordpress/

28.05.2020

Was heißt „inszeniert“ – soll das ganze ein Theaterstück werden?
“….Daher gilt es eine Form zu finden, in der die Komplexität für ein breites Publikum handhabbar gemacht wird. Dabei geht es um Vereinfachung, Entfremdung, Übersetzung, Visualisierung, Assoziation; dafür brauchen wir die Erfahrung und das Können von Menschen, die sich im künstlerischen Bereich auskennen.”
https://www.nsu-tribunal.de/wir/

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Epilog

^^!!!!!SOUND ON!!!!!!^^